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Texas Ranger Fearless Kane liegt auf der blonden Kate,
als plötzlich sein Captain im Zimmer steht.
"Besinn dich auf Diensteid und Rangerpflicht,
hör auf zu bumsen und zaudere nicht.
Es gibt am Devils River Verdruß
Schaurigen Spuk, der aufgeklärt und beendet sein muß.
Ungern verderb ich dir die Nummer –
Doch viel Tote gab's und großen Kummer."
"Für Texas", sprach der Ranger Kane,
"doch warte der Minuten zehn,
die ich die Kate noch rangenommen,
bis ich auch selber bin gekommen.
Mein Pferd, es wartet unten hier,
dann reite ich ins Hauptquartier."
Der Captain tippt an den Stetson sich,
spricht: "Madam, ich empfehle mich.
Und wenn der Kane ist unterwegs,
so bin auch ich zu Diensten stets."
Im Hauptquartier, zur selben Stunde,
erfährt Jim Kane von ihm die Kunde.
"Am Devils River, so wurd' mir bekannt,
da gibt's eine Stadt, seit kurzem Ghul City genannt.
Seitdem sie so heißt gibt's überall,
in der Nähe dort Menschenraub, Postkutschenüberfall.
Man hat auch schon zahlreiche Knochen gefunden,
von Menschen und Pferden, die spurlos verschwunden.
Es sagt zu mir der Gouverneur:
Captain Jim Beam, das geht nicht mehr.
Dein bester Mann sei gleich dabei,
zu enden diese Sauerei.
- Und schafft er's nicht in kurzer Zeit
Ist die Etatkürzung nicht weit.
Drei Ranger hab ich schon entsandt,
Ihr Los, das ist mir unbekannt.
Ich fürchte, dass sie unterdessen
Roh oder gekocht sind aufgefressen."
Drauf sprach Jim Kane: "Das ist ja heiter,
ich reit hin, und dann sehn wir weiter.
Ich kläre auf, was aufzuklären ist,
drei Tage brauch ich dafür Frist.
Und kehre ich dann nicht zurück,
brennt einfach ab die Stadt am Stück.
Doch such' ich vorher zu entdecken,
worauf sich gründet dieser Schrecken.
Sodaß man, bis zum Jüngsten Tag sodann,
Wiederholungen ausschließen kann.
Mein Partner Caddo wird mich begleiten
Sodaß wir dann zu zweien reiten
- nach Ghul City, der schlimmen Stadt,
zu enden ihre Missetat."
Ranger Kane - blond, blauäugig, Recke,
Neben ihm reitet mit Saltillodecke,
Sein Kumpel Caddo, der Apatsche,
der lieber schweigt als dass er quatsche.
Mit bronznem Gesicht und Boxernase
Der nie gelaufen wie ein Hase
Ganz gleich, was die Gefahr gewesen.
Sei es im Kampf, sei es am Tresen
Mit dem Wurfmesser in der Nackenscheide
Und der Shotgun mit Läufen beide.
Vor ihnen im Gelände schimmert
Ghul City, grob und roh gezimmert
Als eine Bretterbudenstadt
Mit der es Schlimmes auf sich hat.
Und als sie sich der Stadt genähert
Die sie gern möchten ausgespähert
Da springt aus dem Mesquitebusch
Ein nacktes Weibsbild her im Husch.
Sehr jung noch und mit hübscher Brust,
und auch den Rest sah man mit Lust.
"Rettet mich!" schreit sie, greift in die Zügel
Kane - ruft: "Die Monster dort am Hügel
haben mich von daheim gestohlen
wie es der Satan hat befohlen.
Der in Ghul City, Schreckensstadt
Mit Sheriffsstern das Sagen hat.
Ein Menschenfresser, Leichenschlinger,
Falschspieler, Schnarchsack, ein Umbringer
- er will mich seinen finstren Göttern,
als Jungfrau opfern, den Hundsföttern
wozu ich armes Girl zu diesem Zweck,
gestohlen von der Farm ward weg.
Und wenn ihm dieses Ding gelingt
Texas es größtes Unheil bringt.
Dann wird Al Wardner, dieses Schwein,
die größte Macht im Staate sein.
Noch einmal bin ich ihm entsprungen,
bis hierher ist die Flucht gelungen.
Doch sind seine Ghule schon hinter mir her
Sie haben mich gleich – Hilfe! – kann laufen nicht mehr."
Und schon eilt herbei die eklige Meute
Zu Fuß und zu Pferd, und sucht hechelnd die Beute.
Schleimig und bleich, stinkend, mit scheußlichen Zähnen
Geifernd und sabbernd und voll Gier wie Hyänen.
In vermoderten Fetzen, auf knöchernden Pferden
Sechs Stück sind es schon, und noch mehr es werden.
Und schon umzingelt die scheußliche Schar
Den Ranger und Caddo und das Mädchen sogar.
Schon strecken sie gierig die Hände aus
Es zittert das Mädchen voll Schrecken und Graus.
Da kracht Caddos Flinte, und es spricht Kanes Colt
Bowiemesser blitzen, mehr als ein Schädel rollt
Es stampfen die Pferde, wiehernd, auskeilend,
und mit den Hufen wie die Reiter wacker austeilend.
Nach hartem Kampf die Ghulenschar
Restlos besiegt, vernichtet war.
Nur einem ist die Flucht gelungen
Hat sich auf's Knochenpferd geschwungen
Jagt nach der Stadt, der Abend sinkt
Dem Ghul die rasche Flucht gelingt.
"Wir bringen dich in Sicherheit,
nachdem wir dich vom Tod befreit",
spricht Kane darauf das Mädchen an.
"Jedoch ich dir nur raten kann
sei länger keine Jungfrau mehr
dann ist kein Ghul dir hinterher
bist du erst fort ein gutes Stück,
es wäre denn, du kehrst zurück.
Ich bin dir behilflich, doch nicht zum Spaß,
ich tu's für den One-Star-State, ich tu's für Texas
auf dass die texanische Heimaterde
nicht von einem Ghul-King beherrschet werde."
Und hinter dem Mesquitestrauch,
tut Kane dann, was zu tun der Brauch.
"Ich heiße Mary", die Ex-Jungfrau spricht.
"Doch bist du schon sicher, ob dieses nun reicht oder nicht?
Um Texas zu retten hab' ich mich dir hingegeben,
doch es gibt noch Arizona, Oklahoma, California soeben,
auch Utah und Kansas, soeben genannt,
und weitere Staaten, wie uns allen bekannt."
Doch Kane spricht zur Gelegenheit:
"Für alle Stars and Stripes fehlt mir die Zeit
doch können wir uns wiedersehn
wenn hier ist erst mein Job geschehn."
Worauf dann Mary, karg bekleidet
Mit Kanes Ersatzhemd hinter ihm sitzend reitet
Rasch weg von diesem Schreckensort,
nach Stockton, einem festen Fort.
Als dort gehört der Kommandant,
was los war, hat er wutentbrannt
sofort zum Sammeln blasen lassen.
"Männer, laßt uns die Ghule fassen!
Kanonen, Säbel, drauf auf sie,
Attacke, die Kavallerie!
- Mit Horrido und Tschumsassa
machen wir sie platt für immer gar."
"Nix Horrido und Tschumsassa",
sprach darauf Kane, "die Teufelsschar
muß anders wohl vernichtet werden
auf immer weggetilgt von Erden
hat die Attacke keinen Zweck
wenn sich der Ghul birgt im Versteck.
Besonders jener Wardner Al,
Ex-Sheriff, ist ein Härtefall.
Seit jeh war er ein Hundesohn,
jetzt ist er auch noch ein Dämon.
Entgeht er uns, dann wird es heiter,
dann geht der Zirkus munter weiter.
Erst muß er in die Hölle sausen
Damit vergehen ihm die Flausen.
Den Rest von seinen Ghulerichen
Den wollen wir dann schon erwischen.
Nein, der Dämon muß sicher weg
Zuerst - sonst nutzt das einen Dreck."
"Wie soll das gehen, Ranger Kane?"
"Lass machen mich, dann wirst du sehn.
Und ist der Wardner erst gekillt,
dann kommt die Kavall'rie ins Bild
dass sie in rasender Attacke
den Rest von diesem Ghulnest knacke."
Es leuchtet ein dem Kommandant
Als Kane dann seinen Plan genannt
Und schildert ihm dem kühnen Trick –
Er reitet – kehrt er je zurück? –
Mit Caddo nach Ghul City ganz allein
Konnten je zwei Männer tapfrer sein?
Die Kavall'rie rückt später aus
Zu enden jenes Ghulesgraus.
Mary im Fort, die freut sich sehr
Dass sie aus der Gefahr und keine Jungfrau mehr.
Dass sie kein Ghul mehr klauen wollt
Was war ihr doch das Glück so hold.
Drei Meilen vor der Ghul City mit Schauern
Ist schon die Kavall'rie am Lauern.
Während Kane und Caddo, diese tapfren Knaben
näher zur Schreckensstadt hintraben.
"Ich nehme es mit Wardner auf",
spricht Kane "und nimmt's gut seinen Lauf,
tust du das, was besprochen ist
Sofort und zu der rechten Frist
Damit noch vor dem nächsten Tage
Beendet ist die Ghulenplage."
Die beiden reichen sich die Hand
Kane hat sich zu der Stadt gewandt
Während Caddo, wie ihm aufgetragen
Reitet zum gutversteckten Wagen
Mit einer ausgewählten Fracht
Von sechs Soldaten gut bewacht.
Sechs Mulis stehen im Geschirr.
Man wartet in des Buschs Gewirr
Und lauscht gepannt auf jeden Ton
Aus Ghul City, wo Kane ist schon.
Es säuselt leis der Abendwind
- und Jim Kanes Ghulpoker beginnt.
Kaum dass er in die Stadt gekommen
Bei Sonnenuntergang wird er gefangengenommen.
Von einer Ghulesschar umringt,
die bewaffnet ihn sich zu ergeben zwingt.
Entwaffnet, hoffnungslos scheint es, bringen sie schon
Den tapferen Ranger in den "Leichenfresser Saloon".
Der Ranger, von Ghulen eingekessselt
Die Arme brutal auf den Rücken gefesselt
Steht im stinkenden Saloon, der wie eine Gruft
Vor Al Wardner, dem Oberghul, dem höllischen Schuft.
Stinkend und geifernd lauert die Schar
Die einstmals von menschlichem Aussehen war.
Al Wardner jedoch, mit Schmatzen und Quaken
Spricht er – und er gleicht einem riesigen Kraken
Den scheußlich und schleimig von der Hölle geführt
Amorph der Abgrund zwischen den Universen gebiert.
"Du hast das Opfer uns entrissen", schmatzt er,
drum wirst du sterben müssen.
Und wisse, dass nur kurze Frist
Durch deine Tat gewonnen ist.
Wir werden schon bald eine Jungfrau finden
Das Opfer vollenden, die Macht uns binden."
"Banditen gibt's in Texas viel,
Rindviecher auch, für mein Gefühl,
doch aus Erfahrung weiß ich klar
dass selten hier 'ne Jungfrau war
die älter wurd' als dreizehn Jahre
jünger ist's zum Opfern nicht das Wahre",
sagt Kane, "mit deinem Krakengott,
kommst mit 'ner andren nicht zu Pott.
Du hast der Hölle dich verschrieben,
wärst Sheriff besser du geblieben."
"Mit älteren Mächten bin ich verbündet
Kane, als je sie das Christentum dir verkündet.
Viel älter als die Menschheit sind, die ich beschwor
Und alles Menschliche verlor.
Packt ihn, freßt ihn vor meinen Augen
Er soll zum Ghulenfraße taugen!"
"Bevor ich in der Ghule Magen,
Wardner, das kannst du nicht versagen,
den letzten Drink noch und die Zigarette
die ich als Henkersschmaus gern hätte."
Der Krake zögert, und er spricht:
"Das will ich dir versagen nicht.
Dreh eine dir, such den Drink dir aus,
bevor du meiner Ghule Schmaus."
Die Fessel fällt, und am Regal
Deutet Jim Kane auf die Flasche fürs Henkersmahl.
"Dort, gebt mir diesen stärksten Rum,
macht voll das Glas, es ist darum,
soll es ja wohl mein letzter sein.
Und danach folgt Schmerz, Todespein
Wonach ich in den Ghulenmagen
Von diesem Platz werd weggetragen.
Laßt mich die Zigarette drehn,
rauchen - und dann solls geschehn."
Es dreht sich der Ranger mit sicherer Hand
Die Zigarette und setzt sie gleich in Brand.
Und geifernd glotzen ihn die Ghule
So an wie aus dem Höllenpfuhle.
Der Ranger zagt und zittert nicht
Das Glas hebt und zum Kraken spricht:
"Ich trinke, Bastard, auf dein Wohl.
Das ist ein starker Alkohol."
Und schüttet den Drink, der achtzig Prozent
Komplett in den Rachen, wie Feuer es brennt.
Zerschlägt dann die Flasche, mit rascher Hand
Und setzt mit dem Streichholz den Strohrum in Brand.
Und speit mit dem Rum wie eine Fontäne
Den Oberghul an – der aufheult wie eine Hyäne.
Und speit und spuckt in die Runde die Flammen,
es weichen die Ghule zurück alle zusammen.
Der Ranger entreißt einer Ghulin den Colt,
und feuert – der Schußknall wie Donner grollt.
Kane rast an den Tresen und wirft weitere staubige Flaschen
In die Flammen bevor ihn die Ghule erhaschen.
Und wehret sich mit aller Kraft
Im brennenden Saloon gegen die Höllenmannschaft.
Der Krake taumelt in den Flammen
Und brüllt die ganze Stadt zusammen
Worauf Kane über den Tresen springt,
im Feuer mit dem Monster ringt.
Von draußen nun Schüsse, ein Kriegsgeschrei,
mit Fackel, Feuerpfeilen und Shotgun jagt Caddo herbei.
Ihm folgt der Frachtwagen mit den Soldaten
Die Petroleumkannen und eine Gatling-Kanone geladen.
Und vor der Stadt Trompetensignal
- die Kavallerie kommt zu regeln endgültig den Fall.
Mit Horrido und Tschumsassa
So jagen sie die Ghulenschar.
Die Gatling-Drehkanone rattert,
der Säbel zuckt, die Flamme knattert,
verloren sind die Teufelsbraten,
bei all den Flammen und Soldaten.
Caddo schleppt Kane halbtot aus dem Feuer
Und drinnen verbrennt Wardner, das Ungeheuer.
Ganz Ghul City ein einziger Raub der Flammen,
die Ghule vernichtet, alle zusammen.
Kane spült sich den Mund aus vor der Stadt,
meint: "Gut, dass den Trick mich gelehret hat
im "Alamo Saloon" in Austin ein alter Artist,
der dort als Saloonkehrer anzutreffen ist.
Er war einst der Größte der Feuerspucker
Jetzt ist er bloß noch ein armer Schlucker.
Doch lehrt er mich, weil ich einmal den Sold verwettet,
den Feuerspucker-Trick." – Und so wurde Texas gerettet.
Es gibt noch manche Moritat,
vom Ranger Kane, die hier parat.
Doch für heute schließt mit diesem Lied
Euer Walter Appel, Verseschmied.
Der
Furchtlose Kane und Vampire Pete
Als Mann ohne Furcht war im Westen bekannt
Texas Ranger Kane – Fearless Kane auch genannt.
Einmal, als gejagt er den Blutigen Bill
Kam er in den Black Hills zum Vampire Hill.
In einer alten Mine, die sehr verrufen
Hört man des nachts gräßliches Stöhnen und Rufen.
Jack Kane absattelt den müden Gaul
Zum Holzsammeln für's Feuer war er zu müd und zu faul.
Drum ging er mit der Zigarette im Mund
In die finstere Mine – dort heults wie ein Hund.
Und als Kane heraus will mit einer Armvoll Grubenholz
Tritt ihm in den Weg ein Geist, furchbar drohend und stolz.
Grünlich und halb verwest, mit Klauen und glühenden Augen.
Kane spricht: "Brother, du kannst mir zum Holztragen taugen.
Und glotz mich nicht an, sonst werde ich barsch
Und trete dich fest in den fauligen Arsch.."
Es heult auf, hebt die Klauen das Ungeheuer,
Kane legt ihm das Holz rein: "Da, trag es für's Feuer."
Worauf der Geist verblüfft und schweigend,
das Holz schleppt zum Camp, den Kopf schräg neigend.
Kane zündet es an, kocht sein Essen, Kaffee,
tut sich laben, fragt den Geist dann: "Willst du auch etwas, he?"
Der brüllt laut auf: "Ich bin Vampire Pete, der Schrecken von Vampire Hill,
dein Blut trinken, Blut trinken, Blut trinken heut nacht noch ich will.
Ich beiß in den Hals dich, bringe dir Schrecken und Graus,
ich töte, töte, töte dich, sauge das Blut dir aus."
"Was sagst du das dreimal, denkst du, dass ein Esel ich bin?
Reg dich ab, Vampire, setz dich nur wieder hin.
Was kannst du denn alles so bringen als ein Vampir?
Das wüßte ich gern, komm, Freundchen, sage es mir.
Ich muß sagen, dass mir nicht sehr imponiert,
den Zirkus bis jetzt, den du mir aufgeführt.
Und überhaupt, schau ich dich an,
ein Apachenkrieger viel mehr mich erschrecken kann.
Du bist ja bloß grün, und du stinkst wie ein Geier,
und halbverwest, wenn du noch welche hast, sind deine Eier."
Worauf der Vampir brüllt und klagt:
"Das hat noch keiner je gewagt.
Ich bin der Vampir vom Vampire Hill,
und töte, wen ich töten will.
Ich bin die Fledermaus der Nacht
Die viele, viele umgebracht.
Ich bin es, den freut das vergossene Blut,
der niemals tot ist, auch wenn im Sarge er ruht.
Ich bin die Fledermaus der Nacht,
die viele, viele umgebracht.
- In meiner Mine hausen Geisterscharen
von denen, die meine Opfer waren."
"Wieso bist du 'ne Fledermaus?"
fragt Kane. "So siehst du gar nicht aus.
Eher so schimmlig wie ein Käse,
der fortrinnt, eh er ganz verwese.
Dass du 'ne Fledermaus sein kannst, du Käserich
Glaub ich erst, wenn du verwandelt dich."
Der Vampir streckt die Arme aus,
sein Umhang baumelt, und, oh Graus! –
verwandelt sich gleich in zwei Schwingen,
die ihn hoch in die Lüfte bringen.
Wo er als Riesenfledermaus
Fliegt durch die Nacht hin ohn Gebraus.
"Nicht schlecht!" klatscht Beifall Ranger Kane.
"Jetzt wollen wir mal weitersehn."
Er nimmt sein Lasso, wickelts auf
Und bindet seinen Stern darauf,
der nach Texasbrauch, so ist es klar,
aus blankem, reinem Silber war.
Als dies gemerkt Vampire Pete
Da war es schon für ihn zu spät.
Der Ranger schleudert mit kundiger Hand
Das Lasso, das sich um seine Kehle wand.
Der Vampir flattert, hilft ihm nicht,
denn Kane zieht ihn herunter, spricht:
"Das Silber bannt dich, du bist in meiner Gewalt,
und wenn du nicht parierst, dann mach ich dich kalt.
Mit 'nem Pfahl oder mit meinem Bowiemesser,
das jag ich durch's Herz dir, du Lebensfresser.
- Setz an den Baum dich und gib Ruh,
ich mach erst mal die Augen zu."
**************** Ende Teil 1 **********************
Worauf er dann sein Pferd geholt,
das zitternd erst nicht kommen wollt.
Der Vampir hat's nicht schön gefunden
Als an den Baum er festgebunden.
Es kam dann seine Geisterschar
Die heulend rund versammelt war.
Bis Kane aus seinem Schlaf erwacht
Und brummend sich zum Aufbruch macht.
"Jetzt gebt endlich Ruhe, Geister von Vampire Hill –
fort reite ich – haltet die Klappe und seid endlich still!
- Dir sage ich, Vampire Pete,
zur Umkehr ist es nie zu spät.
Wenn du mir sagst wo ich finde den Blutigen Bill,
eine faire Gerichtsverhandlung dann ich verschaffen dir will."
"Er rastet zehn Meilen weiter im Dull-Indian-Canon,
ich führe dich hin, will die Freiheit als Lohn."
Darauf der Ranger dorthin ritt
Nahm den Vampir am Lasso mit.
Und dieser, unterm Sternenglanz,
flog am Lasso mit dem Silberstern mit wie ein Drachen ohne Schwanz.
Die Geister zogen mit ein Stück
Und blieben heulend dann zurück.
Worauf Fearless Kane noch in dieser Nacht
Den Bloody Bill sich zu seinem Gefangenen macht.
Und ehe noch der Tag gekommen,
hat er den Rückweg unter die Hufe genommen.
Bloody Bill hing mit Handschellen am Sattelhorn und ritt hinterher,
Vampire Pete hing Lasso, flog über ihnen und schimpfte sehr.
"Solch Schmach", zetert er, "ist mir in dreihundert Jahren
Noch niemals und nimmer nie nicht widerfahren."
Der Marshal vergnügt seines Weges zieht
Und singt dabei von der Pecos Rose dieses schöne Lied:
"Es blüht im Tal des Pecos River
Die schönste Rose der Prärie,
und dort im Tal des Pecos River
Ging sie an die Hose mir wie nie.
Yippieeyeh, Yippieyoh,
hab' Geld ich und Whisky, dann bin ich froh
Und ab und zu mal, da brauch ich ein Weib,
besser als Kartenspiel, Whisky, ein schön Zeitvertreib.
Und reißet mein Le-he-bensfaden ab,
dann gebt mir am Pecos, am Pecos mein Grab.
Yippieeyeh, Yippieyoh,
kriegt's Pferd meins kein Hafer, dann frißt es halt Stroh."
So sang und so pfiff der furchtlose Ranger sein Lied,
und Morgenröte im Osten schon an dem Himmel aufzieht.
"Bullshit, es wird Tag!" schreit der Vampir. "Gib mich frei!"
Ranger Kane zieht am Lasso: "Keine Panik, mein Freund, fly, Buddy, fly!"
Und als die Sonne hell aufgeht
Der Vampir schreit und in Flammen steht.
Kane holt ihn am Lasso herunter
Brennt an an ihm die Zigarette munter.
Während Bloody Bill totenblaß reitet und zittert und bebt
Und sich fragt, wo er ist, ob er träumt oder lebt.
"Ich dank dir für's Feuer, Vampire Pete, alter Blutsaugerfreund,
du wirst jetzt zu Asche, jedoch ist's nicht bös gemeint.
Ich schätze", spricht Kane, "nach dreihundert Jahren
Da ist es genug, kannst jetzt ins Jenseits du fahren."
Er sitzt ab, hebt den Stern auf am Fleck
Von Vampire Pete blieb nur Asche, der Morgenwind bläst sie weg.
Als Fearless Kane Bloody Bill abliefert sein Captain fragt:
"Klasse Leistung mit Bill, hast noch niemals versagt.
Doch eines wüßte ich gern noch eben –
Hat's bei der Festnahme etwas Besondres gegeben?"
"Nein", spricht Fearless Kane, "das wüßte ich nicht.
Wie immer tat nur meine Rangerpflicht.
Doch, wenn ich mich recht entsinne, ist ein Kerl dagewesen,
der hat mir geholfen beim Feuerholzlesen.
Ein Greenhorn wohl, jedenfalls sah er aus ziemlich grün –
Bei Sonnenaufgang ist er verduftet – ich hab's ihm verziehn."
Der Ritt zur Redlight Ranch
"Wohin reitest du, Cowboy, wie rasend so schnell?"
"Zur Redlight Ranch reite ich, dem Bordell.
Mir sitzt locker der Colt und es juckt mich gar sehr.
Gleich nehme die blonde Jenny ich her."
"Das wird nichts, Amigo, das sage ich dir,
die blonde Jenny gehört heute mir.
Und wenn du dich nicht auf der Stelle verpißt,
goddam, dann dein Leben beendet ist."
Es krachen die Schüsse, vorbei das Duell,
zur Redlight Ranch reitet Black Jonny schnell.
Und hinter ihm, sterbend am Straßenrand,
da liegt sein Gegner, den Revolver noch in der Hand.
"Das war wohl", so spricht er, "ein Satz mit X –
mit der blonden Jenny und mir, das wird heute nix.
Ich kann sie nicht bumsen, das geht leider schlecht,
mit einer Kugel im Bauch, da klappt es nicht recht."
Damit haucht er seufzend sein Leben aus.
Die blonde Jenny steht schon vor dem Haus.
"Was war'n das für Schüsse?" so fragt sie nun gleich.
"Dort vorne beim Fluß, welcher üble Streich?"
"Im fairen Duell habe ich einen erschossen,
der unbedingt heut gern deine Gunst genossen",
erwidert Black Jonny und schaut schon voller Gier.
"Es ging halt nicht anders – du gehörst heute mir."
"Ph", spricht da die Jenny, "du hast ihm umsonst erschossen,
für nichts ist sein Blut in den Sand geflossen.
Bei mir läuft nichts, es ist so, wenn ich's dir sage,
grad gestern hab' ich gekriegt meine Tage.
Du kannst dir dafür eine andere nehmen,
bei mir mußt du warten, mußt dich dazu bequemen.
Hab ich meine Tage, ist bei mir alles dicht,
halt ich die Beine zusammen, und da arbeit ich nicht."
Darauf dreht sich Black Jonny um,
reitet zurück, schaut blöd und dumm.
Bis er die Leiche vor sich sieht,
den Stetson von der Stirne zieht.
Eine Träne ihm über die Wange rinnt,
und gerührt der Black Jonny zu sprechen beginnt:
"Umsonst bist gestorben du Heldensohn, du,
ich hätt nicht geschossen, hätt ich's gewußt, sie hat ihre Regel, die Kuh.
Für nichts hab ich dich abgeknallt,
drauf trink ich einen Whisky halt.
Den trinke ich auf deine Ewige Ruh,
und weil du's nicht mehr brauchst gibst du das Geld mir dazu."
Steigt ab und greift ihm in die Tasche,
kauft in der Stadt sich dann die Whiskyflasche.
Die trinkt er auf des Toten Wohl,
bis er am Ende hackevoll.
Das ist das Ende von dem Lied,
von Black Jonny, seinem schnellen Colt, durstigem Hals und ungeduldigem Glied.
Das kommt davon, das sei gesagt,
wenn einer erst schießt und dann fragt.
Jähzorn und großer Eigensinn,
führt manchmal früh zum Grabe hin.
Man kann das Los entscheiden lassen,
und muß nicht gleich im Tod erblassen.
Denn es ist alles diskutabel,
jedoch der Tod irreparabel.
W. A.
Giftzwerg
1
Der Giftzwerg Balduin der Schlimme
kam zum Held Siegfried voller Grimme.
"Du hast meinen Drachen mir erschlagen,
das liegt schon lange mir im Magen.
Von klein auf kannt ich dieses Tier,
war meine Freude, mein Pläsier.
Dank Fafnir konnt ich für umsonst einkaufen,
in allen Kneipen Freibier saufen.
Auch hat er mir für manche Nacht
ein hübsches Weib vorbeigebracht,
die mir in allem willig war
sonst hätt er sie gefressen, klar.
Und dann, den Nibelungenhort,
hatt ich Aktien von, den nahmst du fort.
Das hast du nicht umsonst getan.
Ich sage dir die Fehhde an."
Den Siegfried, den erschreckt das nicht.
Er lachte: "Was willst du denn, Wicht?
Scher dich aus meiner Burg gleich fort,
sonst stopf ich dich in den Abort."
Drauf Balduin mit Zorn und Grimm
trat ihn zwischen die Beine schlimm.
Siegfried fiel um mit lautem Schrei
es half ihm keinerlei Arznei,
so daß von da an Tag und Jahr,
für immer impotent er war.
Aus lauter Frust fing er sodann,
mit allen Leuten Händel an.
Bei Hagen, als er das gemacht,
hat der im Wald ihn umgebracht.
Es ist ihm aber schlecht bekommen,
weil Krimhild später Rache genommen.
Worauf dann in den Hunnenlanden,
die Nibelungen ihren Tod all fanden.
So riß des Giftzwergs Hodentritt
die Recken all zum Tode mit.
Wir lernen hier aus der Geschicht:
Unterschätze kleine Leute nicht.
Giftzwerg 2 – Aetius und der Brand von Rom
Auch in den alten Römertagen
Gibt es von den Giftzwergen Sagen
Wie zum Beispiel vom Verdruß
Mit dem Giftzwerg Aetius.
Aetius hat nur drei Fuß hoch gemessen
Jedoch einen zweieinhalb Fuß langen Pimmel besessen.
Mit dem er dann bei Tag und Nacht
Roms Frauen fast um den Verstand gebracht.
Beim Kaiser Nero hat sich's begeben,
dass er kam mal früher nach Hause eben.
Sah dort in seinem Schlafgemach
Wie Aetius auf seiner Alten lag.
Flavia stöhnt: "Ach, Aetius,
ich glaube, dass ich sterben muß.
Der Imperator ist recht schwach gebaut,
was keine sich zu sagen traut.
Noch niemals hat ich solche Lust."
Nero stieß den Dolch ihr in die Brust
Und ging sodann mit Hieb und Stoß
Wutschnaubend auf den Aetius los.
Worauf dann der, schnell wie es blitzt,
flieht und aus dem Palaste flitzt.
Mit Fackel und dem langen Speer
Rennt Nero hinter Aetius her.
In blinder Wut, dass er ihn packe,
rutscht er aus und fällt in die Kloake.
Aetius höhnt: "Heil, Cäsar, Herr vom Erdenkreise,
schön paddelst du hier in der Scheiße."
Worauf er noch ganz schmutzig lacht
Und sich dann aus dem Staube macht.
Es kam die Prätorianergarde,
die Neros Wutbefehlen harrte
sah Kaiser Nero vom Imperium,
wie er da schwamm in der Kloake rum,
Man zog ihn raus, er wurde abgewaschen,
und schrie: "Ihr sollt den Aetius haschen,
ihr kreuzigt ihn hier auf der Stelle,
und seinen Pimmel extra, gelle?
Ein Rittergut dem, der ihn bringt.
Kopf ab, wenn ihm die Flucht gelingt!"
Es schwärmten gleich, oh Schreck und Graus
Zehntausend Prätorianer aus.
Mit Fackeln und dem blankem Schwert
Aetius zu fassen sie begehrt.
Es geriet bei all der Fackelei,
das ganze Rom in Brand dabei.
Es flammt die Feuersbrunst gen Himmel,
und alles wegen Aetius Pimmel.
Rom brennt bis auf die Grundmauern nieder,
es tönen Leid- und Klagelieder.
Aetius hat nicht mitgesungen,
ihm war zu Schiff die Flucht gelungen,
nach Afrika, zu einem Negerstamm,
wo er als Potenzgott hoch zu Ehren kam.
Und dort, während man ihm Verehrung stammelt,
sich durch den ganzen Stamm durchrammelt.
In Rom, da war das Volk am Toben,
Nero hat die Schuld an dem Feuer auf die Christen geschoben.
Die Wahrheit konnt er nicht gestehn,
wie hätte das denn ausgesehn?
Wir sehen hier die Weltgeschichte,
in einem völlig neuen Lichte.
Roms Brand, Cäsarenwahn, Christenverfolgung, all dieses Werk,
weil einen größeren Pimmel als Kaiser Nero gehabt hat Aetius der Zwerg.
Käpten Nemos Mißgeschick
***
In der Unterwasserstadt der Amazonen
Wo die wilden Meerweiber wohnen
Legt mit dem U-Boot "Nautilus", seinem Kahn,
der wackre Käpten Nemo an.
"Ha", sprach zu ihm die Königin
als er vor ihrem Thron erschien.
"Unsere Männer sind gestorben
weil sie aßen Fisch verdorben
sodaß wir voller Liebeswahn
schon viele Jahre ohne Mann.
- Nach altem Amazonenbrauch
gehorcht der Mann – und du mir auch."
Sie hat drei Zentner gut gewogen
Und Nemo gleich ins Bett gezogen.
Wo er mußt Tag und Nacht erfüllen
Der wilden Amazone Willen
Die einen Frauenkörper und acht Tentakel hat
Und sexuell wird niemals satt.
Auch Nemos Crew traten die Amazonen kaschen
Und ständig sexuell vernaschen.
Mit starken Potenztränken und rohem Fugufisch
Wurden sie aufgeputscht dass es lohnte sich.
Und konnte einer doch nicht mehr
Kam gleich 'ne Amazone her
Und drohte ihm mit einer Schere
Dass sein Glied gleich abgeschnitten wäre,
so dass er sich dann aufgerafft
und doch den Sexakt hat geschafft.
Weil ihm die Amazone droht erbittert:
"Den schneid ich dir ab, er wird an die Haie verfüttert."
Auch Nemo ist es so ergangen
Zehn Wochen lang war er gefangen
Entkräftet, wund, sein Glied enthäutet,
was für ihn großen Schmerz bedeutet.
Königin Krakonia, stark, wild, wüst und fett,
mißbrauchte ständig ihn im Bett.
Beraubt ihn aller Lebenssäfte,
er kroch nur noch, hat kaum noch Kräfte.
Doch mit der scharfen Klapperschere
Zwang sie ihn, dass er Sex gewähre.
Hohlwangig, rappeldürr geworden,
stöhnt er: "Dies Monster will mich morden.
Ich überlebe länger nicht
Achtmal am Tag die Minnepflicht."
Auch seine Mannschaft schwer geschlagen
Tat an dem Leben schon verzagen.
Sogar den alter Navigator Jean
Nahmen die Meeramazonen ran.
So dass in ihrer Unterwasser-Kuppelstadt
Kein Nautilant etwas zu lachen hat.
Die ganze Crew war ausgelaugt
Total und völlig ausgesaugt.
Es kam dann, dass mit letzter Kraft
Käpten Nemo die Flucht aus dem Palaste schafft
Als im heiligen Tempelbezirk von Ozeanica
Das Amazonenvolk bei einer Ritualfeier war.
Käpten Nemo rennt, in kurzer Zeit
Hat er die Mannschaft gleich befreit.
Sie wetzten schleunigst in ihr Schiff
Und legten ab vom Höllenriff.
Die Amphibien-Amazonen, als sie aus dem Tempel gekommen
Sofort der "Nautilus" hinterhergeschwommen.
Die ganze Amazonenschar
Wie rasend und entfesselt war.
In großer Angst, mit voller Fahrt,
Nemo sich entfernt in schnellster Art.
Nicht einmal wagt er voll Entsetzen
Nautilus-Waffen gegen die Amazonenstadt einzusetzen.
Er wollte nur noch schleunigst fort
Von diesem Amazonen-Sex- und Mißbrauchs-Ort.
Und später dann, auf einer Insel
Da salbt er seinen wunden Pinsel.
Er sprach: "Kein Seebeben, kein Hai und kein Unterwasservulkan
Ist schrecklicher als die Amazonen in ihrem Liebeswahn.
Und niemals, solange die Erde sich dreht
Die "Nautilus" nochmal Kurs Ozeanica geht.
- In der Unterwasserstadt der Amazonen
wo die wilden Meerweiber wohnen,
legt mit dem U-Boot "Nautilus", seinem Kahn,
nimmer der Käpten Nemo an."
Geliebte Vampirin
Venedig tobt im Karneval und lärmt im Lichterglanz,
Masken wimmeln im Übermut und tanzen trunken toll.
Die Gondeln sind geschmückt voll Glanz
Das bunte Treiben wundervoll.
In den Palazzos spielt Musik,
am Markusplatz sieht man die bunte Menge wogen.
Ein jeder findet Rausch und Glück,
in Stunden, die im Wirbel rasch vorüberflogen.
Nur ein Palazzo liegt ganz still, ist völlig ohne Licht
Statuen am Dach sind alt, bemoost, die Mauern altersschwach.
Die Wellen plätschern an den Kai, Sonstiges hört man nicht
Fern bleibt der Lärm von diesem Dach
Verschlossen ist das Tor.
Die Uhr schlägt hallend Mitternacht
Und aus der Gruft dringt ein Geräusch hervor.
Die di Donatos sind erwacht.
Bleich steigen sie aus ihren Särgen
Und sammeln sich im Saal.
Zu frönen finstren butgen Werken,
zu bringen Tod und Schrecken, Menschen die Verzweiflung, Qual.
Nur eine will nicht fort – ihr Vater deutet in die Nacht.
"Vampira, schwinge dich hinaus -
und kehr nicht wieder, ehe du Giacomo Montalba hast umgebracht."
Und lautlos, grausig, fliegt die Fledermaus.
Über den Kanälen, sieht in Gondeln frohes lärmend Treiben,
und fliegt – und fliegt – bis zu einem Balkon
ein schöner junger Mann erwartet sie, hier will sie bleiben.
Er breitet seine Arme aus, ein zarter Ton
Es wird die Fledermaus zu einem schönen Mädchen
Romantisch in dem weißen Hochzeitskleid
Mit Blumen in den Haaren, und sie sinkt in seine Arme.
Er küßt sie, kost sie, fern weit weg ist alles Leid.
Er trägt sie in das hohe Zimmer,
und eng umarmt, so landen sie im Himmelbett
vergessen wollen sie die Welt für diese Nacht und immer,
Von ferne klimpert es wie ein Spinett.
Mit duftend Blumen sind die Laken wohl bestreut.
Auch schwarzes Blut kann Zärtlichkeit empfinden.
Giacomo, wen liebst du da, hast du es nie bereut?
Doch kann sich untot Herz an lebend binden?
Der Morgen naht, Vampira denkt des Vaters Worte:
"Saug ihm das Blut aus, oder komm nicht mehr nach Haus."
Es sagt der Vampirtrieb ihr: Töte Giacomo, morde,
du bist ein Nachtgeschöpf, zu bringen Tod und Graus.
Tief schlafend ruht der Mann in ihren Armen, lächelt,
Vampira steht auf, öffnet nun das Fenster,
sie schaut nach Osten – heller Streif – und milde Luft umfächelt
den schlanken Leib ihr; Nachtschönheit - -gespenster
vertreibt das Morgenlicht – es geht die Sonne auf.
Ein Seufzen und ein Klagen weht durch die Kanäle
Von der Lagunenstadt, der Tag nimmt seinen Lauf.
Und froh erwacht Giacomo, in ihm singt seine Seele
Und er schaut neben sich – doch da ist nur ein zarter Duft
Er sucht und ruft, er ahnt es, glauben will er's nicht,
und ihn erfaßt das Grauen, wie in einer dunklen Gruft.
Er tritt auf den Balkon, und sieht im hellen Tageslicht
Ein Häufchen Asche, das im Wind verweht.
Er schaut empor, im Sonnenlicht fliegt eine weiße Taube
Empor, verschwindet, und die Zeit vergeht.
Giacomo flüstert: "Ach, zum Raube,
wär gerne ich gefallen deinem Vampirbiß.
Dann wären wir zusammen Tag und Nacht,
im Sarg der Liebe, da vereinte uns Verdammnis,
Vampirin und Vampir, das Herz in Glut entfacht.
Du bist dahin, vorbei ist dein vampirisch Leben,
mir bleibt nur Asche und Erinnerung,
nur kurze Zeit, die konnt es für uns geben,
mein Herz ist alt – noch gestern war es jung."
- Gebeugter alter Mann steht viele Jahre später
auf dem Balkon, schaut in die Nacht hinaus,
Und sinnt und murmelt: "Aus dem Hause meiner Väter,
wann kommst du, oh Geliebte, und holst mich zu dir nach Haus?"
Die Nacht hat schöne Augen, er hört zarten Flügelschlag,
mit einem Lächeln auf den Lippen sinkt er nieder,
es geht die Sonne auf, ein neuer, junger Tag
- Giacomo sieht nun Vampira wieder.
Adelheid aus der Römerzeit
***
Bei einer Zeitreise in die Römerzeit,
da traf ich meine Adelheid.
Die hab ich mitgenommen,
das ist mir schlecht bekommen.
Ach Adelheid, ach Adelheid,
Ach gingst Du doch bloß wieder fort in die Römerzeit!
(Thema Zeitreise/SF)
Trübsal
Das Leben ist ein Jammertal,
wo jeder schuften muß,
am Anfang steht die schwer' Geburt,
der Tod steht an dem Schluß.
Ach, Ach, Ach und Weh und Ach,
das schwere Schicksal schleicht mir nach.
Gnadenlos und ohne Ruh',
schlagen Ärger, Frust, Enttäuschung zu.
Wie ungerecht ist diese Welt,
die mir Ruhm, Geld und Weiber vorenthält.
Mir ist schon heute klar, auch morgen,
bringt mir der Tag nur Müh und Sorgen.
Ja, dieses weiß ich ganz genau:
Ich bin die allerärmste Sau.
Gandalf
Arathorn fragt: "Wer war der Schuft,
der Frau Galadriel hat gebufft?"
"Gandalf war es, der Alte,
der es noch einmal wissen wallte.
Und mischt sich dazu, das ist klar
Den Zaubertrank von Viagra."
Almrausch (1. Fassung)
"Mirl, moagst mir einen bloasn?"
spricht Louis zu der Sennerin.
"Drüabn auf dem grüanen Roasen,
da pflanzet wir uns hin."
Er öffnet's Lederhosentürl,
's erhebt sogleich ein groß Geschrei
und reißt die Augen auf die Mirl
und schreit gar nach der Polizei.
"I hob schon viele sehn
doch solchen Apparat
fei net, dös gäb ja Stücker zehn
wohl gut und gern normale ab."
"Schwatz nit und bloas",
der Louis spricht
"i hob net toaglang Zeit und woas
wuilst? Frei di, tu doane Pflicht!"
"I san net lebensmüad
und moag kei Maulsperr hoabn
ziasch ab, du schiacher Knab
mit deinem Kloabn
a no ungewoaschen wie der is'.
Nix gibt's! Steig aufi, ruft der Berg
Und i - i moan verpiß
Di, Louis, frisch ans Werk
Do hoast a Geißenmilch
Und jetzt ziasch ab - Bergfex
Oalter Knilch
Heut giabt's koan Sex."
Drauf der Louis erwidert boarsch:
"Lecks mi
blöad Kuah, am Oarsch.
Damisch's Vieh."
Der Louis kraxelt aufi
Und murrt laut: "Malefix,
mit der Mirl, da tät's net laufi,
dös woar ein Satz mit X
mit Bloasn werd's heit nie!
Hätt i mi bloaß gewoaschen
Heit' moargen in der Früh
Könnt' i die Mirl vernoaschen
Doch so, so werd das nie
Mit Woasser und mit Seifen
Zum Unterschied zum Vieh
Do woasch i moanen Steifen
Von nun an jeden Toag
Jolldrühüh, jo, jolldrühhüh.
Damit mi jede moag
Von spät bis in der Früh."
Denn auf der Alm, do gibt's koa Sünd
und kriagt a Sennerin an Kind
jo, malefix, do woar's der Wind.
Host mi? Wer dös net woaß is taub und blind.
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