Sohn des Weltalls

Zeus Engerling, der kosmische Vagabund

 

Schrecken des Universums

Raumfahrer, Tunichtgut, Frauenheld, Spieler, trinkt gerne einen - und ist die letzte Hoffnung der Menschheit

 

Der ruhmreiche Held zahlloser Raumschlachten und Kneipenschlägereien. Trinkfest und arbeitsscheu.                              

Ein galaktisches Epos

Im Andromeda-Nebel lebte ein schlimmer Typ,
Lord-Imperator, Methanatmer Oyga Tentakolyp,
welcher sehr üble Pläne spann
und immer mehr an Macht gewann.
Bis ihm von seinen Robothorden,
die ganze Galaxie war unterworfen worden.

Doch reichte diesem Bösewicht
eine Galaxis leider nicht.
Er ließ einen Großtransmitter bauen
tat gierig nach der nächsten schauen
welches die Erdgalaxis war
8302 schrieb man dort das Jahr,
in der seit langen Zeiten schon
herrschte die Kosmische Föderation,
unter der Kaiserin Xantula und dem Intergalaktischen Rat,
welcher aus elftausend Rassen Mitglieder hat.

Sie ahnten und sie wußten nichts,
von der Offensive des Andromeda-Bösewichts.
Ihr aller Schicksal, die ganze Galaxis an einem seidenen Faden hing,
und dieser hieß Zeus Engerling.
Ein Raumtrampfrachter-Captain, aus der Flotte hinausgeflogen,
weil er eine Admiralsgattin zum falschen Zeitpunkt ins Bett gezogen.

Wobei sie mehr als willens war,
der Admiral es anders sah.
Die Lady log und rettet ihre Ehre,
Captain Engerling kostet es die Karriere.
Er kaufte sich ein Altraumschiff,
und trieb sich rum am Westside-Rim, genannt "Das Riff",
wo er sich dann, was nicht verkehrt,
vom Handel und vom Schmuggel nährt.
Er war von leicht dicklicher Gestalt,
ein Zopf ihm auf den Rücken fallt,
den Frauen war er zugetan,
und rührt auch gern die Flasche an.

Ein Spieler war er obendrein
und setzt sogar sein Raumschiff ein.
An der Galaxis-Westside war er sehr bekannt
und wurde auch "The Zeus" genannt.
Jedoch, seit der Jahrtausendwende
fand seine Pechsträhne kein Ende.
Das Riff der Westside, das ist klar
gesetzlos und voll Outlaws war

sodass in diesem Sternenhaufen,
für Solars man konnte alles kaufen.
Viele Lichtjahre weit weg lag das Zentrum der Föderation
beherrscht von Imperialismus, Arroganz und Korruption.
Machtkämpfe, Intrigen zwischen humanoiden und Alien-Rassen
wobei keiner bereit von seinem Standpunkt zu lassen.

So sah es aus, als Zeus Engerling,
im Kerker an den Ketten hing.
Im Riff-Sonnensystem Antarxes -Doppelsonne mit zehn Planeten - Drei
war er gefaßt worden wegen Waffenhandel und Schmuggelei.
Sein Raumschiff im Hangar beschlagnahmt lag
er wartet auf den Urteilstag.
Hundert Jahre Zwangsarbeit waren gut für ihn drin,
die Hälfte von seinem Leben wäre somit dahin.

Doch hat er sich in der Vierzig-Stunden-Nacht
mit seinem Roboter Smiley einen Fluchtplan schlau ausgedacht.
Smiley konnt man komprimieren bis auf die Größe von einem Tennisball,
The Zeus nahm ihn gern mit, schmuggelte ihn hin überall.
Mit Smileys Werkzeugen es ihm gelang
die Schlösser zu knacken, aus der Haft er entsprang.
Zwei Meter groß, wie er mißt dekomprimiert,
der Robo Smiley an der Seite von The Zeus marschiert
durch Antarxos gleiterbevölkerte Straßen
wo sie ihre Mannschaft dann heimlich zusammenlasen.

Den Smutje Othelmus, der dreiköpfig war und grün,
die Ingenieurin Oltha, die halb Mensch, halb Maschin,
und schließlich, er wird nicht vergessen,
Xi 9837, ein wolkiges aus einer Energieform bestehendes Wesen.
Die Fünf mit einem kühnen Trick
wollten ihr Raumschiff sich holen zurück.
Das Raumschiff - es hieß "Oh mein Gott"
von außen sah es aus wie Schrott.

Doch war sein Hyperraum-Antrieb sehr gepflegt,
der bis zur Lichtgeschwindigkeit es bewegt.
Wenn ein Erdmensch erstmals dieses Raumschiff sieht
ihm der Ausruf "Oh mein Gott" entflieht.
Nachdem The Zeus dies oft vernommen
hat diesen Namen es bekommen.

Drei Kampfroboter der überschweren Klasse 
bewachen und sichern "Oh mein Gott" mit waffenstarrender Masse.
Othelmus kommt mit dem Catering-Wagen,
hat Smiley komprimiert in der Tasche getragen.
The Zeus, Oltha und Xi 9837 liegen versteckt
im Catering-Fahrzeug, verborgen und zugedeckt.
Die Strahlkanonen der Roboter richten
sich auf das Fahrzeug, sie können alles vernichten.

Xi 9837 mit einem energetischen Schock
verwandelt einen Kampfroboter in einen reglosen stählernen Block.
Während Smiley dekomprimiert
den zweiten ablenkt, attackiert.
Worauf The Zeus, ganz ohne Krach,
mit einem Energieschocker legt beide Robots flach.
Die Sicherheitssperren werden kurzgeschlossen fallen,
schon ist die Crew in den Hangarhallen.

Mit röhrendem Triebwerk und flammenden Düsen,
sieht man "Oh mein Gott" aus dem Riesenhangar hoch in die Atmosphäre schießen.
Zur Apfelsinengröße schrumpft hinter dem Schiff der Planet
Die Flucht scheinbar problemlos vonstatten geht.
Schon wollen sie jubelnd das Doppelsonnensystem verlassen
als etwas geschieht, das läßt sie erblassen.

Denn aus dem grellen Glanz der Doppelsonne jagt wie ein Geier,
mit Kampfgleiter und Flugdroiden der Weltraummarshal Bartholomäus "Sonny" Starfire
der Engerlingens Todfeind war
und mit ihm allen Mitleids bar.
Übel hat er ihm sehr genommen
dass er schon mehrfach ihm entkommen,
und jetzt, statt hundert Jahre abzusitzen,
frech vor ihm durch das All tut flitzen.

Starfire schießt aus allen Rohren
The Zeus und Crew scheinen verloren,
sie sind von Gegnern eingekesselt
in einem Todesring gefesselt,
von Starfires Kampfgleiter, "Bloody Star" genannt,
und seinen 48 Droiden, die als Hounds bekannt.

Aussichtslos erscheint die Situation.
Starfire funkt: "Kapitulation -
oder ich zerstrahl euch zu Atomen,
und werd euch aus dem Weltraum boomen!"
Schon geben die Schutzschirme nach,
das Abwehrfeuer ist nur schwach,
Engerling steuert kreuz und quer,
im Zickzack "Oh mein Gott" umher
wobei der starke Strahlbeschuß,
bald seinen Tod bedeuten muß.
Dennoch will er sich nicht ergeben,
riskiert sein und seiner Leute Leben.

Rast dann, das ist ein letzter Clou,
direkt auf die Doppelsonne zu.
Der Antrieb dröhnt, die Hitze steigt,
der Raumschiffbug Hitzeverformung zeigt.
Im Raumschiffinnern ist's wie Glut,
in The Zeus' Adern kocht das Blut.
Doch er beschleunigt noch viel mehr
Schiff und Crew geben das Letzte her.

Schon glüht Antarxes riesengroß und füllt den ganzen Bildschirm aus
als abrupt verstummt Gedröhn, Gebraus
und lautlos legt ein grauer Schleier
sich zwischen The Zeus und den Starfire.
Der Hyperraum hat sie verschluckt
der Weltraummarshal albern guckt
entkommen ist, er glaubt es kaum,
sein Todfeind in den Hyperraum. 

Drei Droiden hat er abgeschossen, 
zudem ist's noch um zwei geschehn,
weil sie nicht konnten mehr abdrehn,
vor des Antarxes' Riesensonnen,
sodaß zu Glühen sie begonnen
verschlungen von Protuberanzen,
verbrannt sind wie wie im Feuer Wanzen. 
Starfire flucht nun fürchterlich,
zieht zurück mit den Droiden sich.
Er funkt die nächste Basis an,
dass man ihm dort berechnen kann,
wo er mit Zorn und viel Verdruß,
Engerling nach dem Raumsprung suchen muß.

Ein Hyperraumsprung erzeugt energetische Wellen,
die auszuwerten und zu berechnen ergibt Koordinaten und Stellen,
wonach theoretisch festgestellt werden kann,
wo das Raumschiff tritt aus aus dem Hyperraum dann.
Jedoch durch Strahlungsstörungen und andere Unsicherheitsfaktoren
geht die exakte Auswertung leider sehr oft verloren.
Starfire bleibt zu warten nur
im Hyperraum verliert sich des von ihm Verfolgten Spur.

In zeitlosem Zustand und entmaterialisiert,
wird von Engerling und seiner Crew der Hyperraumsprung ausgeführt.
Ohne Berechnung, auf gutes Glück,
kehrt das Raumschiff dann in das Normaluniversum zurück.
The Zeus im Cockpit schüttelt sich,
im Kopfe spürt er Schmerz und Stich,
Zu seiner Crew spricht er: "Das war recht knapp -
ein bisschen mehr, und unser Arsch war ab.

Doch so sind wir nochmal gerettet.
Starfire, so war nicht gewettet.
Im ganzen Kosmos schafft kein Wesen und kein Ding
den Weltraumheld Zeus Engerling."
Dann flog er hin, der gute Held,
zu einem Freizeitplaneten auf den Kopf zu hauen sein Geld.
 

         

Gelegenheits-Raumpirat und Schmuggler.

Mit seiner tollen Mannschaft, dem komprimierbaren Robot Smiley, dem dreiköpfigen, grünschuppighäutigen Koch Othelmus und dem gaswolkenförmigen Centaurianer Xi 9837.

Sowie Ingenieurin Oltha, die halb Mensch und halb Maschine ist.
In inter- und extragalaktischer Mission mit seinem Raumschiff "Oh mein Gott" - Das Raumschiff,  es hieß "Oh mein Gott", von außen sah es aus wie Schrott.

Umgeben von zahlreichen Feinden - immer mit einem Bein im Grab, mit einem im Zuchthaus und mit dem dritten auf der Leiter unsterblichen Ruhms.

Lesen Sie dieses Weltraumepos von homerischer Kraft, werden Sie Engerling-Fan!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Oberst, der ein Werwolf war
(Schlußnotizen * am Schluß).

Dem Satan bin ich verfallen,
vergieße das Blut in der Nacht,
und röchelnd sehe ich fallen,
Menschenleben, die ich umgebracht.
Ich streife durch finstere Wälder,
umschleiche das schlafende Haus.
Nachtwind weht über die Felder,
der bleiche Vollmond strahlt mir Applaus.

Einst war ich Soldat in dem großen Krieg,
hab' Stalingrads Gräben gesehn,
glaubte dem Führer die Herrenrasse und von dem Sieg,
und brachte am Kutsker Bogen*² die Feindpanzer zum Stehn.
Ich habe gesehen die Ströme von Blut,
als ich als Mensch auf der Welt,
erlebt die Bestie im Menschen voll Wut,
ihre Fratze erblickt vom Hasse entstellt.

Ich habe brennende Panzer gesehn,
schreiende Menschen, wie Schweine gegrillt,
sah Städte unter Bomben in Flammen stehn,
von Verstümmelten, Verhungerten grausames Bild.
Dann war ich ein Oberst der KVP *³,
als Deutschland in zwei Teile zerfiel,
schneidiger Draufgänger, Schnaps, Zigaretten, Weiber, hehe,
betäubte die Sinne im Rausch und im Spiel.

Mephisto gab mir das Schwarze Blut,
als allzu kühn ich die Wolfsschlucht besucht,
jetzt treibt mich des Werwolfstums düstere Glut,
davor gibt es kein Ausweichen, keine Flucht.
Doch tief im verlorenen Herzen brennt,
mir ein Funke geheimes Weh,
von einem, der nie Liebe, Gnade kennt,
dessen Seele wie blutiger nächtlicher Schnee.

Bin ich schon tot, hab ich jemals gelebt?
Regiert Gott oder Satan die Welt?
Ist Narrenspiel, was da gut ist und strebt,
und Glauben und Liebe stellt über Gier und Geld?
In mir ist ein Ahnen, und es zersprengt mir die Brust,
und ruhelos treibt es mich um.
Als Mensch in der Ausschweifung und Fleischeslust,
als Werwolf in Mordgier mit Gebrüll oder stumm.

Ich weiß, dass für immer verloren ich bin,
mit dem Keim von der Lykanthropie.
Und doch immer noch - bin ich Mensch – irgendwie
denke und fühle ich – bin kein mordendes Vieh.
Erbarmen, Erlösung, ich sage es nicht,
doch schallt es im grausamen Schrei
der Bestie im Vollmond, der ferne sich bricht.
Eine Sehnsucht nach Frieden, dass die Liebe macht frei.

Ich habe noch nie meine Opfer gezählt,
doch nie auch sadistisch zum Spaß nur gequält.
Erst folgt ich dem Führer, wem folge ich jetzt?
Mephisto, der durch die Hölle mich hetzt.
Immer tapfer, mit Schwung und Elan und mißbraucht
mein Leben, von Anfang an bis es ausgehaucht.
Ich will weder Himmel noch Hölle, das sollt ihr verstehn,
ich will nur Frieden, Ruhen, Schlafen – für immer vergehn.

Als einer von jener heillosen Schar,
die verflucht schon der Schoß ihrer Mutter gebar.
Will schlafen, ohne zu träumen, will nie auferstehn,
Will ohne Gedenken im Winde der Zeit verwehn.
Mir war diese Welt unfreundliches, garstiges Haus,
ich wollt nicht hinein, und jetzt will ich hinaus.
Und sollte ich doch jemals wiedergeboren sein,
dann als ein Windhauch, als Grashalm, als Baum, Felsenstein.

Als murmelnde Quelle in einem schönen und schattigen Wald,
doch nicht als ein Mensch oder in Werwolfsgestalt.

*² Panzerschlacht bei Kutsk. Nach Stalingrad. Auf beiden Seiten, Sowjets und Deutsche, je tausend Panzer im Einsatz. Unentschieden oder Kampf abgebrochen, da Oberkommando Panzertruppen wg. Landung Allierter auf Sizilien abzog und die dt. Front begradigt (zurückgenommen) wurde.

*³ KVP – kasernierte Volkspolizei. Die paramilitärische Vopo(Volkspolizei) war für die Polizeiarbeit im Innern des DDR-Staats zuständig. Ihr anderer Zweig, die Kasernierte Volkspolizei (KVP) wurde im Frühjahr 1948 von den Sowjetischen Besatzungstruppen in der SBZ (Sowjetischen Besatzungszone) als Bereitschaftspolizei aufgestellt und nach dem Muster der Sowjetarmee ausgebildet und bewaffnet.
Die KVP hatte die Grenzen der DDR zu sichern. Am 18. 1. 1956 wurde sie dann in Nationale Volksarmee (NVA) umbenannt.

* Mein Oberst Marbach im Roman "Der Oberst, der ein Werwolf war" fiel Ende 1952 Mephisto zum Opfer, als er sich im Erzgebirge allzu kühn in die verrufene Wolfschlucht wagte. Mephisto machte ihn zum Werwolf. Mark Hellmann, von mir umgeschrieben zu Mike Merlin, brachte ihn letztendlich zur Strecke, bei einer Zeitreise, die ihn – Hellmann-Merlin – aus dem Jahr 1999 in die DDR des Jahres 1953 kurz vor dem Arbeiteraufstand brachte.
TB "Kreuzfahrt des Grauens", Story "Der Oberst, der ein Werwolf war". Als MH nicht mehr veröffentlicht.

Einen Rest Aussicht auf eine Erlösung habe ich Marbach gelassen. 
Ähnlich wie in diesem Gedicht, denke ich, könnte der zum Werwolf gewordene Oberst gedacht und gefühlt haben.

Der Werwolf in der Schule 

Der Werwolf in die Schule kam,
der Lehrer ins Gebet ihn nahm.
"Du wirst jetzt Werwolf deklinieren,
ich werde dich examinieren.
Also, Wölfchen, jetzt fange an,
damit ich dich benoten kann."

"Werwolf – Wessenwolf – Wemwolf – Wenwolf –
der Werwolf – des Werwolfs – dem Werwolf – den Werwolf."
"Das war recht einfach, das ist klar,
jetzt sage mir im Singular –
wessen Werwolf oder wessen Werwolfs
im Plural Wiewolfs, Waswolfs und Wohinwolfs?" 

Der Werwolf packte ihn am Schopf,
und riß dem Pauker ab den Kopf.
"Wessen Werwolfs Geduld ist nun gerissen?
Lehrer, tust da das nun wissen?
Wiewolf, Waswolf, Wohinwolf spricht,
beendet ist der Unterricht."

Wir lernen hier aus der Geschicht:
Verarsche keinen Werwolf nicht.

 


Der Ghul-Gourmet

Ahasver war ein Ghul-Gourmet,
Feinschmecker, wie im Buch er steht.
Am Montag ist er immer froh,
da gönnt er sich 'nen Kinderpo.
Schön halbverwest mit Leichenmaden,
das ist ihm ein sehr lieber Braten.

Am Dienstag hat er große Lust,
auf eine eine Woche alte Leichen-Frauenbrust,
gut gewürzt und mit Leichenflecken,
die läßt er sich am Dienstag schmecken.
Am Mittwoch will's bei ihm der Brauch,
da ißt er fetten Männerbauch.

Mit Hoden und Penis in Aspik,
das gibt dem Mahl den letzten Tick.
Am Donnerstag will er nicht fasten,
man sieht ihn durch den Friedhof hasten,
er holt sich Finger, Zehen, Nasen,
Mägen, Nieren und auch Blasen,

davon kocht er, wie für 'ne ganze Truppe,
sich eine gute Eintopfsuppe.
Den Rest davon stellt er sich kalt,
falls ihn der Hunger überfallt.
Am Freitag ist er auch dabei,
und macht sich 'nen Augäpfelbrei,

den er dann zuallermeist,
um Mitternacht im Freien speist.
Am Samstag gibt es Hände, Füße,
verwest, verfault und voller Süße,
daraus saugt dann der Ghul zum Schluß,
das Knochenmark mit Hochgenuß.

Am Sonntag kommt der Höhepunkt,
in einer Marmorgruft, da prunkt,
mit Porzellan und silbernen Bestecken,
die Tafel mit den weißen Decken.
Dazu, als allererste Wahl,
ein blanker Schädel als Pokal.

Dann speist Ahasver grünlich glibbernd,
was liegt in einer Schüssel bibbernd,
von des Schwarzen Meers Gestaden,
gepflegte fette Leichenmaden.
Die schickt sein Vetter Iwan ihm
frisch per per Express von der Halbinsel Krim.

Dazu trinkt Ahasver starken Wein,
in den er legte Leichen ein.
Und dann, im Sarkophag vergoren,
entsteht ein Tröpflein, hocherkoren,
man hört es oft in Ghuleskreisen,
als Cimetiére Ahasvére super preisen.

Nimmt er davon zuviel zur Brust,
dann singt der Ghul die Grabeslust.
Doch neulich hat er was gehört,
das hat Ahasver sehr empört.
Das kommt natürlich, das ist klar,
mal wieder aus den USA.

Wo man am Hauptfriedhof von einer großen Stadt,
ein Ghulburger-Restaurant McRipp eröffnet hat.
Doch gibt es schnellen kalten Schmaus,
Fastfood aus einem Leichenhaus.
Ahasver mag das nicht die Spur,
er speist viel lieber mit Kultur.

Doch leider, darauf jede Wette,
kommt auch nach Old Europe die Ghulburger-Kette.
Das ist nun mal der Trend der Zeit,
des einen Freud, des andern Leid.
Ahasver geht auf seine Weise,
demnächst nach Frankreich zu einer Delikatessenreise.

Wo er die Friedhöfe aufsucht,
die im Ghul-Michault mit Stern verbucht.
Ihn lockt die Leichen-Boullabaise,
von Cimètiere Pere Lachaise.
Und mancher andre Leckerbissen,
das gönnt er sich, will er nicht missen.

W. A.