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Appels Verseschmiede Seite II
Walters Angels:
Der schlimme Aloysius (Engel 1)
Der Engel Aloysius
machte im Himmel viel Verdruß.
Er soff und rauchte Zigaretten
bumst Englein in den Wolkenbetten.
Den Herrgott hat es nicht gestört
aber der Petrus war empört.
Jedoch war es in Wirklichkeit
beim alten Petrus nur der Neid.
Der eitle Adolar (Engel 2)
Der Oberengel Adolar
War sehr stolz auf sein blondes Lockenhaar.
Es fiel ihm bis hinab zum Po
Das stimmte Adolar sehr froh.
Jedoch, auf einmal, welcher Graus,
da fielen ihm die Haare aus.
Und immer größer ward die Glatze
Bis er ganz kahl war, ritze-ratze.
Doch Adolar, der war kein Tropf
Er wußt zu helfen sich am Kopf.
Er reibt mit Bienenwachs ihn ein
Jetzt glänzt er wie ein Heilgenschein.
Engel Nepomuk (Engel 3)
Der Wächterengel Nepomuk,
erlebte einen Höllenspuk.
Als am Himmelstor der Schlaf ihn übermannt,
kamen acht Teufel angerannt,
und wollten durch das Himmelstor.
Doch Nepomuk schreckt noch empor
und riß heraus sein Flammenschwert,
mit dem er sich erbittert wehrt.
Als er den Kampfeslärm vernommen,
Erzengel Gabriel gekommen,
schlug in die Flucht die Teufelsschar,
womit das Tor gesichert war.
Dann sprach er zu dem Wächterengel:
"Das sage ich Dir, blöder Bengel,
wenn Du nochmal auf Wache pennst,
dann trete ich Dich, dass Du flennst!
Es geht nicht, dass wegen Deinem Mist
der Himmel hier beim Teufel ist."
Bauernregeln
14 GOLDENE BAUERNREGELN
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1. Hat der Bauer krumme Beine
laufen ihm hindurch die Schweine.
2. Liegt der Bauer auf dem Mist
er tot oder besoffen ist.
3. Ist der Bauer zu bezecht
bumst die Bäurin mit dem Knecht.
4. Kräht der Baur im Morgenrot
weißt du wohl sein Hahn ist tot.
5. Trinkt der Bauer zwanzig Bier
steht er nüchtern nicht vor dir.
6. Orgasmus und Pflaumenmus
hält die Bäuerin in Schuß.
7. Kommt der Baur mit kalten Händen
tut die Milchkuh sich abwenden.
8. Hat der Baur Geschlechtsverkehr
brummt er wie ein Grizzlybär.
9. Ist's Huhn überfahren der Bauer spricht:
"So platte Hühner hab ich nicht."
10. Küßt der Bauer seine Kuh
macht er dabei die Augen zu.
11. Tritt den Bauern fest das Pferd
ist das einen Asbach wert.
12. Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt,
und hat er kein Frau macht er sich's mit der Hand.
13. Der Bauer zückt den Schniedelwutz
und ist damit der Magd von Nutz.
14. Im Kuhstall fängt der Bauersmann
gern bei der Magd zu grabschen an.
Manisch-depressiv
Ein Penner, manisch-depressiv,
depressiv auf seiner Parkbank schlief
dann wurd’ er plötzlich manisch,
sprang auf und rannte panisch
in den Zoo,
wo er brutal und roh
die Giraffe vergewaltigt
und zwar dergestaltigt,
daß das arme Tier
von sich reckt’ alle Vier.
Dann wurd’ er wieder depressiv,
depressiv auf seiner Parkbank schlief.
Der bajuwarische Engel
(Engel 4)
A Bayer in den Himmel kam
und an den Bräuchen Anstoß nahm.
"I sing ned dauernd Hosianna,
i mog koan Nektar und koa Manna.
I wui a Brotzeit und a Bier
sonst bleib i eich ned hier."
Und hat gor no, des hat er gwagt,
zum oiden Petrus Saupreiß gsagt.
Der Küchenengel (Engel 5)
Der Engel mit dem Flammenschwert
ersetzt Dir den Elektroherd.
Der Beilmörder
Der Mörder mit dem Hackebeil
hackt ab so manches Körperteil.
Er hackte kreuz, er hackte quer,
das Hacken nahm kein Ende mehr.
Und wenn das Blut zur Decke spritzt,
dann lächelte er ganz verschmitzt.
Der Bengelengel oder Schwangerschaftsengel (Engel 6)
Es war einmal ein Engel,
der hatte einen dicken Bengel
womit er zu Maria kam,
die zu der Zeit nicht die Pille nahm.
Maria sagte nur: "Okay" -
schon war se schwanger, ach, Herrje.
Wozu ich ganz respektlos meine:
Auch Engel wollen nur das Eine.
Die freche
Angelika (Engel 7)
Das Engelchen Angelika
verachtet Höschen und BH
sodaß sie bei dem Wolkenflug
nichts unterm kurzen Hemdchen trug.
Drum schimpfte und es guckte scheel
der Erzengel Ezechiel.
Angelika sagt zu ihm frech:
"Du alter Bock, schau einfach wech."Hier wieder das Tierreich:
himmelschor
es singen die himmlischen choere,
die baesse und die tenoere.
gabriel blaest auf seiner floete
ezechiel mit einer troete,
dazu haut fest auf auf die pauke
die staemmige engelin frauke,
dazu noch mit einer posaune
der engel ruediger, das macht dann laune.
so laermen sie "stille nacht, heilige nacht"
bis der herrgott aus dem mittagsschlaf aufgewacht.
und wuterfuellt "arschloecher - ruhe!" bruellt
worauf sich dann alles in schweigen huellt.
jetzt hoert man sie nur noch summen
und "hmhmhm hmhmhm hm" brummen.
Der Bauer unterm Weihnachtsbaum
Vor Wut hat vor dem Munde Schaum,
als die Geschenke er gezählt,
und sieht, dass ihm sein Liebstes fehlt.
"Wo hast Du meine Flasche Korn?"
schreits Christkind an er voller Zorn.
"Der Nicklaus hat sie ausgetrunken
und ist ohnmächtig umgesunken.
Jetzt schnarcht er hinten in dem Schlitten
ihn weckt kein Schelten und kein Bitten.
Er säuft schon länger fürchterlich
so dass ich immer schäme mich..
Was mach ich nur, ich armes Kind
sofern ich keinen Helfer find?
Dann fällt nach dem Besuch in diesem Haus
in allen andern die Bescherung aus."
Den Landmann hat das so gerührt
dass er die Hilfe ausgeführt.
Rasch zog er dem besoffnen Santa Claus
den Mantel und die Stiefel aus.
Er klebte einen Bart sich an
und trat dann auf als Weihnachtsmann.
Zwar hatte er beim Schlittenfliegen
Malheur, dass die Rentiere die Kurve kriegen.
Doch klappte es letztendlich gut
den Bauern faßte froher Mut.
Sodass zuletzt in Afrika
die Bescherung dann zu Ende war.
Der Nikolaus war aufgewacht
und grölte: "Still Nacht, heil'ge Nacht."
Der Bauer, der ein schlauer Kopf
packt die Gelegenheit beim Schopf
und flog gleich nach Amerika
nach Akron zu der Ur-AA.
Er liefert ab den Nikolaus
und sagt: "Hier ist der Säufer Claus.
Er soll das Glas jetzt stehen lassen
in einem Jahr sei er entlassen
so dass an seinem ersten DOS
geht die Bescherung von ihm los."
Der Nicklaus im Entzugsdelir
sieht Nikoläuse statt Getier –
sie hatten rote Säufernasen
und mußten in das Röhrchen blasen.
Den Nicklaus hat das so entsetzt
dass er dann trocken blieb bis jetzt
und führt gut aus dank Bill und Bob
zu Weihnachten und sonst den Job.
Im Himmel trinkt er Apfelsaft
und findet in den Schritten Kraft.
Und was seit jener Nacht geschah
vollbrachten ein Bauer und AA.
Der Bauer aber freut sich sehr
Und trank auch keinen Tropfen mehr.
Weihnacht, wenn die Bescherung aus,
geht er zur AA mit Santa Claus.
Dieses Gedicht ist den Anonymen Alkoholikern gewidmet - in memoriam Derjenigen,
die weniger Glück als der Bauer und der Nikolaus hatten.
Pennerweihnacht
Der Penner Wolle Joppenzahn,
der hatte einen Weihnachtswahn.
Wenn er 'nen Weihnachtsschmuck gesehn,
da war es gleich um ihn geschehn.
Dann gröhlte er, es war die Pracht,
laut "Stille Nacht" und "Heilge Nacht".
Sah er gar einen Nikolaus,
da rastete er völlig aus.
Er lief ihm schreiend hinterher,
rief: "Nico, gib 'ne Pulle her,
los, lang mal rein in deinen Sack,
oder du kriegst was auf den Frack!"
Am Heilgen Abend es geschah,
dass Wolle stinkbesoffen war.
Er sprach laut mit 'nem Weihnachtsbaum,
und torkelte nur durch den Raum.
Im Wohnheim war man sehr empört,
weil das die Weihnachtsfeier stört.
Und eine große Schlägerei,
unterbrach die Weihnachtsfeierei.
Der Heimleiter rannt ans Telefon.
da kam die Polizei auch schon.
Und hat den Wolle mitgenommen,
in die Klapsmühle ist er gekommen.
Dort liegt er unter Pillen nun,
und kann vom Weihnachtstrubel ruhn.
Zur Pflegerin sagt er "Oh Engel",
zum Arzte "Hach, du Weihnachtsbengel".
So kann es gehen, wenn auf Erden,
welche Weihnachten zu hoch werten.
Die Nutte
Der Nutte flicht die Nachwelt keine Kränze,
es ruhen, die ihr beigewohnt, die Schwänze.
Sie liegt und schlummert unterm kühlen Rasen
Und nur der Wind kann dir dort einen blasen.
Stehst du am Grab, da raunt es dir ins Ohr:
Am Jüngsten Tag, da blas ich wie zuvor.
Zitate des Raumfahrers Zeus Engerling sowie solche von anderen
über diesen und Kurzberichte von ihm:
Auch im Weltall, müßt ihr wissen,
ist das Leben oft beschissen.
(Zeus Engerling)
Die Marsfrau beim Geschlechtsakt klagt:
"Zeus, dein Deo hat versagt."
(Ah Popora 69'ra, etruro-marsianisches Callgirl)
Volltrunken überm Tresen hing
in der Meteoriten-Bar Zeus Engerling
und sagte dort: "Ich bin der King!"
Worauf er rote Ohren fing
und tiefbetrübt zum Cotel*** ging.
(Aus der Frühzeit des Helden - *** ein Cotel ist ein Weltraumhotel, das direkt
mit Raumfahrzeugen angeflogen werden kann.)
Ich logge ein, ich logge aus,
allmählich wird es mir ein Graus.
Hier brauche ich, das ist die These,
eine Dreifach-Glied-Prothese.
(Zeus Engerling beim Geschlechtsverkehr mit einer dreischeidigen
Beteigeuzerin)
Der Furz der Freiheit - oder: Der wahre Held
1. Einst beherrschte ein schlimmer Tyrann das Reich,
Sigismund hieß er, an Bosheit kam keiner ihm gleich.
Habgierig, machtgierig, mit steinernem Herzen
Hielt alle er unter Zwang und in Schmerzen.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
2. Vor seinen Thron mußt Heinrich Eisenhand,
Pfalzgraf, zu der Zeit noch wenig bekannt.
„Du zahlst mir die Steuer, ehe um noch das Jahr,
oder du wirst geköpft, ist das klar?"
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
3. Graf Heinrich bittet um eine längere Frist,
doch der Tyrann nicht geneigt zu gewähren sie ist.
„Sechs Wochen hast du, nutze sie gut,
oder auf des Henkers Schaffott vergieß ich dein Blut."
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
4. Als Graf Heinrich eine höfliche Verbeugung dann macht,
ihm donnernd ein Furz aus den Hintern kracht.
„Was furzt du in meinem Thronsaal, du Hund?"
tönt zornig es aus des Tyrannen Mund.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
5. „Das sollst du bereuen, das hat noch keiner gewagt."
Daraufhin der Pfalzgaf spricht und nicht länger zagt:
„Nur Lügen und Heuchelei redete heut’ mein Mund,
mein Hintern jedoch tat die Wahrheit kund.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
6. Es stinkt in eurem Thronsaal, es stinkt im ganzen Reich,
nach Mord und Zwang und Folter, mir ist jetzt alles gleich.
Mir stinken eure Räte, es stinkt mir euer Heer,
und ihr, ihr Erzhalunke, ihr stinkt mir noch viel mehr.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
7. Was keiner hier geredet, was niemand je gewagt,
jetzt ist es ausgesprochen, mein Hintern hat’s gesagt."
Vor Zorn wird totenbleich jetzt der wütige Tyrann.
„Führt ihn hinweg in Ketten, ab in den Kerker dann."
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.l
8. Man öffnet gleich die Fenster, gelüftet wird nur kurz,
doch aus dem Saal entweichet des Pfalzgrafs kühner Furz.
Er weht herum im Lande, die Kunde spricht sich um,
man munkelt und verschwört sich gegen das Königtum.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
9. Drei Wochen sind vergangen, Heinrich steht am Schaffott.
Der Henker hebt das Beil schon: „Empfiehl die Seele Gott."
Da sprengt der Graf die Fessel, entreißt dem Henker `s Beil.
Und ruft laut für die Freiheit, ein donnernd schallend Heil.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
10. Er streckt den Henker nieder, schon steigt er vom Schaffott,
führt zur Tyrannenfeste, des Volkes zorn’ge Rott.
Drei Tage tobt der Kampf, danach die Zwingburg fällt,
Sigismund wird erschlagen, der lang das Volk gequält.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
11. Und nach ihm nun besteiget Graf Heinrich seinen Thron.
Er hat das Land befreiet, nimmt jetzt die Kron als Lohn.
Er herrschte manches Jahr lang, und hat oft nachgedacht,
wer wohl der wahre Held war, den Umsturz hat gemacht.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
12. Es war ja wohl sein Herz nicht, nicht seine starke Hand,
ein andrer ist’s gewesen, historisch nicht benannt.
Unedel gilt der Körperteil,
in dem Fall brachte er das Heil.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
13. Man heißt den König Heinrich des Röm’schen Reiches Stern,
Herrscher von Gottes Gnaden, Gesalbter vor dem Herrn.
Der Volksmund jedoch nennt ihn kurz
Nur König Heinrich Donnerfurz.
- Es dröhnt ein Furz wie Donnerhall
Und bringt die Tyrannei zu Fall.
14. Und auf dem Sterbebette, dröhnt er zum letzten Mal
Damit fuhr seine Seele zur Ewigkeit ins All.
Der Engel des Todes
Ich habe den Engel des Todes gesehen,
ich hab’ seine Lippen geküsst,
seinen Hauch gespürt im Vorübergehen,
und er sagte, mir bleibt eine Frist.
Der Engel des Todes hat schwarzes Haar,
und Augen, so schwarz wie Achat.
Seine Gestalt ist schön, aller Mängel bar
Seine Haut so weich und so zart und so glatt.
Der Engel des Todes, er trägt kein Schwert,
er tötet mit zärtlichem Kuss.
Ein jeder es weiß, dem dies je widerfährt
Dass dem Engel er folgen muss.
Über den dunklen, den schweigenden Fluß,
Der Dunkelheit grabschwarzen Fluß.
Bloody Christmas
Vom Himmel hoch, da komm ich her,
ich bring euch wundersame Mär,
Ich bin's, Dracula, Christkind gibt's nicht mehr.
Und auch dem alten Santa Claus,
saugte ich das Blut und die Lymphe aus.
Stille Nacht, heilige Nacht,
hihi, haha, der Vampir lacht!!!
Walter von der Vogelweide
Walter von der Vögelweide
war zeitlebens meistens pleite.
Hat er mal Geld, der Troubadour,
gleich ließ er es bei einer Hur.
Sehr spät erst, als er nicht mehr konnt
war ein Vermögen ihm gegonnt.
Da schrieb er dann, im hohen Alter,
statt frecher Lieder fromme Psalter.
Hätt es das Alter nicht gegeben.
geblieben wär sein Lotterleben.
Ein mancher nimmt die Tugend an,
wenn er gar nicht mehr anders kann.
Der Redakteur
Morgens mit dem Glockenschlag
Wankt der Redakteur in den Verlag.
Unwirsch fläzt er sich an den Tisch
Er ekelt und entsetzet sich.
„Ach, mein Job ist ja so schwör,
Das sag ich als Redaktör,
Wäre ich nicht da, ach Gott
gingen Verlag und Literatur kapott.“
„Die vielen Manuskripte hier
ach, was ist das ein Geschmier!
Stürben neunzig Prozent Autoren
Hätt’ die Welt nicht viel verloren.
Die Kerle schreiben meistens Mist
Wo sehr viel zu verbessern ist.
Wäre ich nicht da, ach Gott,
gingen Verlag und Literatur kapott!“
„Alles, alles schreib ich um
kürze, streiche darin rum
füge ein und nehme weg
schmeiße raus so manchen Gag.
Mein Geschmack, der ist entscheidend
Dieses ist mir mancher neidend.
Wäre ich nicht da, ach Gott,
gingen Verlag und Literatur kapott.“
„Autoren gibt’s wie Sand am Meer
fliegt einer raus, kommen zehne her.
Gleich was da ankommt, welcher Stuß
Romane macht draus mein Genius.
Nur eines kann ich nicht verstehen
Weshalb die Verkaufszahlen runtergehen?
An mir liegt’s nicht, das walte Gott,
geht diese Serie auch kapott.“
Der barsche Barsch
Es war einmal ein Barsch,
den lud man ein zu einem Marsch.
"Was soll denn ich beim Marsch?
Leckt mich doch all am Arsch!",
entgegnet barsch der Barsch.
Die eitle Barschin
Es war mal eine Zackenbarsch,
sehr stolz auf ihren Zackenarsch.
Sie sprach: „So’n schönen Zackenarsch
Wie ich hat keine Zackenbarsch.“
Schöne Maid
Ja, es wird,
sprach der Hirt,
und zog die Maid ins Bettgeviert.
Schau nur, wie schön er mir schon stiert.
Fast so wie der vom Schoppenwirt,
sprach drauf die Magd, die sich nicht ziert.
Worauf, paar Monat nach dem Flirt,
sie einen strammen Sohn gebiert.
Vom Hirt oder vom Schoppenwirt?
Zunächst mal ist die Maid verwirrt.
Mann wird vor das Gericht zitiert -
der Vater ist der Schoppenwirt.
Den Hirt ein arger Tripper ziert
Den hat er von dem Schoppenwirt,
weshalb er auch schön troppen wird.
Merke: Wer eine schöne Maid begiert,
trägt auch die Folgen von dem Flirt.
Bei Marburg ging im Abendrot
Spazieren Thomas Vaterrodt.
Er schlendert friedlich durch den Wald
Als schreckliches Gebrüll erschallt.
Und schon stürzt hinter einem Baum
Ein Werwolf vor – man glaubt es kaum.
„Menschlein, ich zerreiße dich!“
brüllt diese Bestie fürchterlich.
„Du sollst mir meinen Blutdurst stillen –
ich werde grauenvoll dich killen.“
„Gib nicht so an, du Ungeheuer,
zahl erst mal deine Hundesteuer“,
entgegnet Thomas Vaterrodt.
„Da könnte jeder Dackel kommen.“
Er hat gleich einen Stock genommen.
Der Werwolf drauf mit viel Gebrüll
Ihn auf der Stell’ zerreißen will.
Es pfeift der Stock, der Werwolf jault,
ein Kampf beginnt, dass jedem grault.
Am Ende drischt ganz fürchterlich
Thomas Vaterrodt den Werwolf mörderisch.
Bis dieser dann die Flucht ergreift
Winselnd durch Marburgs Gassen streift
Wo er verstört ins Tierheim flüchtet
Und lauter Lügen dort berichtet.
Seitdem sucht Marburs Polizei
Thomas Vaterrodt wegen Werwolfs-Mißhandlung und Untierquälerei.
Und der Werwolf heult ins Abendrot:
„Satan, schütz mich vor Vaterrodt!“
goethe dichtet einen wasserhahn
(ein drama in versen)
oh wasserhahn, oh wasserhahn,
gestern fingst du zu tropfen an,
und marterst mir mit tropf-tropf-tropf,
meinen genialen dichterkopf.
die muse flieht mich, welch ein wahn,
wegen dem blöden wasserhahn.
weibisches klagen, bängliches zagen,
wendet kein elend, macht dich nicht frei,
nimmer sich beugen, kraftvoll sich zeigen,
eile ich nun mit dem werkzeug herbei!
wehe, wehe, was ich sehe,
ströme von wasser, es wird immer nasser,
die treppen hinunter, fließen sie munter,
es rinnt aus dem kessel, befreit von der fessel, es rauschen die fluten, zuviel ist’s des guten,
das wasser durch’s haus, oh schrecken und graus!
wo rohe kräfte sinnlos walten,
konnt sich die rohrleitung nicht halten.
gattin christiane ***, die holde, sie eilt über die schwelle,
schon zieht sie beim spenglermeister die schelle,
spätnachts mit dem kind auf dem arm, dass gotte erbarm!
"oh helfe, oh helfe, oh spenglermeister, und banne die geister
die feucht hat enfesselt in seinem wahn,
mein gatte, der wolfi, am frauenplan!" ***
der spengler erscheint gleich - mit kundiger hand,
stoppt er die wasserflut aus j. w. goethes wand.
und hat ihm sodann eine rechnung geschrieben -
die bittere zähren in des dichters augen getrieben.
wir lernen hier aus der geschicht, ein jeder dichtet alles nicht
es dichte jeder, was er kann, ein goethe keinen wasserhahn. ***
*** christiane vulpius,
lebensgefährtin und spätere gattin goethes, mutter
seines einzigen sohnes august.
*** goethe hatte in weimar ein haus am frauenplan - kann in w. besichtigt werden.
*** wasserleitungen gab es zu goethes zeit schon. wasserhähne in der art wie
heute nicht, doch wollen wir nicht zu pingelig sein.
***
Die
Eidbrecher von Perigorn
***
Unheilvoll, laut wie Götterzorn,
dröhnt Hörnerschall vor Perigorn.
Des Gorgos' Heer schnaubt Brand und Mord.
Vom Turm der junge Elbenlord
Amator späht ins Land hinaus.
Die Elben packt der kalte Graus:
Echsenkrieger, Drachenreiter mit gestacheltem Harnisch, Schattenrecken,
sieht man die Waffen und Fahnen recken.
Im Hintergrund, auf dem Hügel wohl,
steht Gorgos selbst, fürchterlich, und frivol
ruft er zu den Perigornern, die angstbeklommen:
"Vorm dritten Abend wird eure Feste genommen!
Drum rat' ich euch, Elben- und Zwergenkrieger,
ergebt euch mir, bevor ich als Sieger
mit meinen Scharen die Wälle zerbrech'.
Tod und Folter jedem, der widersteht mir frech!
Ergebt euch, solange noch bleibt die Zeit!"
Elben und Zwerge stehn zagend Seit an Seit.
Und keiner wagt den dunklen König nur anzusehn.
Da tritt auf den Altan, strahlend und schön, Lady Ganeta.
Blond schimmert ihr Haar
und glockenhell tönt ihre Stimme so klar:
"Gorgos, der mordet Freude und Licht,
Gorgos, unsre Treue zerstörst du nicht.
Rafft uns dahin der Götter Zorn so sterben wir einig in Perigorn.
Du sollst dich nicht rühmen in deinem Leben,
daß Elb' oder Zwerg sich feige ergeben."
*********
Und wieder dröhnt der Hörner Schall
und findet drohend Widerhall
im Gebirge, weit hinter dem Omnuzfluß.
Gorgos hebt die Rechte mit spöttischem Gruß:
"Elben- und Zwergentreue, die kenne ich wohl,
sind wertlos und falsch, verworfen und hohl.
Mein Verfahr schon, der grausame Gunt,
schloß mit dem Elbenfürst Walarich einen Bund.
Zu jener Frist brach Walarich seinen Eid
Waffenhilfe zu leisten dem Herrn von Perigorn zu jeglicher Zeit.
Wäre Gunt damals nicht plötzlich verstorben
wär' Perigorns Reich schon viel früher verdorben.
Eidbrecher und Memmen, das ist mein Wort
sind Eiben und Zwerge, und ein Popanz ihr Lord!"
So höhnet der Gorgos mit dröhnendem Lachen.
Schon hört man die ersten Steine krachen
von Katapulten gegen die Mauern geschlagen.
Rammböcke werden herangetragen,
Leitern und widderköpfige Mauerbrecher. Belagerungstürme rollen.
Schattenkrieger marschieren. Sie fluchen und grollen.
Echsenmänner mit Zackenschwänzen.
Reiter, die im stachligen Harnisch glänzen
auf feuerspeienden Drachenrossen.
Vor rücken des dunklen Gorgos' Genossen.
Und rennen und stürmen mit wildem Zorn
gegen der Elben letzte Trutzburg Perigorn.
**********
Mein Pfeil und Stein und heißem Pech
wehren Elben und Zwerge den Angreifern frech.
Doch mehr und immer neue stürmen herbei.
Wo ein dunkler Krieger fällt, erheben sich drei.
Wild tobt der Kampf; ein heißes Ringen.
Zwei Tage vergehn. Gorgos wird gelingen
wahrzumachen was er prahlend und höhnisch beschwor
einzudringen in die Feste durch Bresche und Tor.
In dunkler Nacht vorm dritten Tag
erwarten Elben und Zwerge verzweifelnd den vernichtenden Schlag.
Viele von ihnen liegen erschlagen und tot.
Wer noch am Leben, in großer Not.
Die Mauer im Osten geborsten ist,
ein Turm gestürzt durch den Stollen, gegraben mit List.
Am kommenden Tag durch Feuer und grausamen Zorn
werden stürzen die Mauern von Perigorn.
**************
Lord Amator irrt auf den Wällen,
da sieht er in den Weg sich stellen
Ganetas schlanke und schöne Gestalt.
"Ich reite", spricht sie, "in den Wald
von Alkion. Wo man begraben den Walarich
der brach seinen Eid und ließ schändlich im Stich
Das Elben- und das Zwergenreich.
Du hältst mich nicht, ich gehe gleich."
Umsonst wehrt Amator mit strengem Wort.
Mit dem Zwerg Baldur eilt Ganeta fort
und aus einem finsteren unterirdischen Gang
erscheint sie mit Baldur weit unten am Hang.
Und trägt, mit dunklem Mantel bekleidet,
den Zwerg, der auf ihren Schultern reitet.
Mit dem Helm und dem Mantel mit seinen Falten
kann man sie für einen Schattenmann halten.
Sie gelangen nach hinten zu Gorgos' Troß
zu stehlen ein schnelles, geflügeltes Roß.
Zwei Wächter merken auf;
es blitzt Baldurs Schwert aus vollem Lauf.
Zur Rechten sieht man und zur Linken
einen Echsenkrieger erschlagen niedersinken.
Das Roß trägt Ganeta und Baidur fort,
sie eilen und fliegen zum fernen Ort.
Kein Feind verfolgt sie, weil Gorgos lacht:
"Zwei Feiglinge haben sich schändlich davongemacht.
Verschärft die Wachen, daß keiner mehr entgeh'
und stehle sich noch aus der Burg in der Höh'!
Noch vor Sonnenuntergang, schwör ich, bei meinem Zorn,
bezwing ich die Mauern von Perigorn!"
************
Die Sonne steigt, es dröhnt der Kampf.
Weit westlich, in Frühnebels Dampf,
im fernen Wald von Alkion
sind Ganeta und Baldur schon.
Zur Walarich-Höhle, der verfluchten Stätte
eilen sie flink, wie um die Wette.
Sie treten ein. Ganeta schreit:
"Walarich, ich fordere deinen Eid!
Walarich, Walarich, hörst du mich?
Walarich, laß uns heut' nicht im Stich!"
Es scnweigt in der Höhle und nichts sich regt.
Ganeta ruft, fordert und bittet bewegt.
Umsonst. Da packt sie die heiße, verzehrende Wut.
Es funkeln die Augen so blau voller Glut.
"Walarich, Eidbrecher, halte den Eid,
Elbentreue und -schwüre überdauern die Zeit.
Bist du doch ein Elbenfürt, ob lebend, ob tot,
noch nie war Perigorn in größerer Not.
Elben und Zwerge werden sterben,
Schönheit, Freude und Freiheit müssen verderben.
Nur Elend und Schatten, wo vorher Wonne und Licht,
statt froher Lieder nur Klage, bis das Herz zerbricht.
Kein Elb sich mehr tummelt im Sonnenschein,
kein Zwerg bringt mehr fleißig die Ernte ein.
Walarich, Walarich, höre mich!
Walarich, sieh, ich opfere mich!
Ich gebe mein Leben, ich will es nicht mehr,
doch Walarich komme mit deinem Heer!
Eidbrecher, eile nach Perigorn,
zu schlagen den Gorgos, ende seinen Zorn!"
************
Noch ehe es Baldur verhindern kann
ersticht sich Ganeta auf der Stelle sodann.
Ihr letzter Seufzer in der düsteren Höhle verhallt,
da steigt es aus den Grüften so kalt.
Und raunt und flüstert: "Hier bin ich,
den du riefst; Walarich.
Aus gekränktem Stolz hab' ich gebrochen den Eid.
Es quälte und reut' mich die ganze Zeit.
Jetzt, da du, Ganeta, das Opfer gebracht,
kann ich walten für einen Tag und für eine Nacht.
Und treff mich dann sämtlicher Teufel Zorn,
niemals soll fallen Perigorn.
Meine Mannen, Krieger aus vergangener Zeit,
eilt herbei zu erfüllen unseren Eid!"
Baldur bebt. Es zittert die Erde.
Schatten wallen, es wiehern Knochenpferde.
Aus dem Staub und aus den Grüften
aus der Erde zu den Lüften
drängt ein grausig' Geisterheer.
Baldur sieht es bald nicht mehr.
In weiter Ferne brennt Perigorn
schon und erliegt bald des Gorgos' Zorn.
****************
Zerborsten die Mauer, das Tor eingerannt,
viel' tote Kämpfer, und überall Brand.
Elben und Zwerge, von Feinden umringt,
nicht mehr lange bis man auch die letzten bezwingt.
Und von der Drachenrosse glühendem Atem versengt
Lord Amator verstümmelt an die gebrochene Mauer dann hängt.
Schon reitet der Gorgos auf eisernem Roß
ein durch die Bresche zum letzten Vorstoß.
Da dringt aus Brandrauch und Wolken ein dumpfer Schall
erstarrt sehn empor Freunde und Feinde all.
Und sieh, und sieh', über dem ragenden Wald
naht sich unheimlich ein Heer, geführt von Knochengestalt
im rostigen Harnisch, mit Walarichs modernder Fahne.
Gorgos erblickt es wie im Wahne.
Ihn graust. Die Echsen- und Schattenrecken stehn wie gebannt
die eben noch siegesgewiß und wild die Eiben und Zwerge berannt.
Und sieh, und sieh, näher nimmt den Lauf
des Walarichs Heer. Niemand hält es auf.
Und dröhnt es aus des beinernen Heerführers Kehle:
"Ich, Eidbrecher, habe verloren Ehre und Seele,
doch rief mich eine Frau, und ich stieg aus dem Grab
von Perigorn zu wenden den Untergang ab.
Von Perigorn, das ich im Leben geliebt,
das mich erst gefeiert, dann gekränkt und betrübt.
Bevor mich wieder verschlingt der Hölle glühender Schlund
erneure ich zwischen Alkion und Perigorn den Bund.
Dich, Gorgos, fordert des Eidbrechers Zorn,
in den Staub sollst du fallen vor Perigorn!"
***************
Es dröhnen die Hörner, und trapp, und trapp,
reitet das Geisterheer aus den Wolken herab.
Wild wogt der Streit, bis die Sonne versinkt,
blutrot hinterm Wald. Die Nacht eindringt.
Gefallen ist Gorgos, zerschmettert sein Heer,
die dunklen Krieger wagen und wollen den Kampf nicht mehr.
Wer ncch kann, der flieht.
Der geschlagene Rest in die Nachtlande zieht.
Von Perigorn der junge Lord
kann es kaum glauben, als sie eilen fort.
Amator schaut in die sternklare Nacht
und denkt an Ganeta, die Errettung gebracht.
Der Elben und Zwerge Jubel erklingt,
himmelan zu dem wartenden Totenheer dringt.
Noch einmal tönt vor Perigorn
aus den Lüften klingend ein Geisterhorn.
Amator fragt, doch keine Antwort,
Walarich und seine Schar, auch sie reiten fort.
Doch dann, kurz vor Morgen, eh' vorbei seine Zeit,
gibt Walarichs Heer Ganeta das Totengeleit.
Kehrt wieder, führt sie um die Burg, die schwer versehrt.
Zum Schluß folgt Baldur weinend auf geflügeltem Pferd.
"Eidbrecher", tönt es, "nennt länger mich nicht.
Dank Galeta hielt Walarich doch seine Pflicht.
Wird in Zukunft auch streiten, ruft ihn das eherne Horn,
für die Sonne und Freiheit von Perigorn.
Doch wisse und höre, Amator, mein Lord,
Ganeta nehme ich mit mir fort.
Daß sie beschütze das Eiben- und Zwergenland
als unsres neuen Bundes Unterpfand."
Nur Baldur bleibt, des Walarichs Heer,
reitet in die aufgehene Sonne, man sieht es nicht mehr.
Kein Sieges Jubel. In leiser Klage nur Harfe und Horn
verkünden den Schmerz Lord Amators von Perigorn.
Satans Sylvester
Will ich heut die Höllenbraten,
mir zu einer Feier laden?
Werfen Kracher wir im Nu,
trinken heißes Pech dazu.
Für's Neue Jahr steht vieles an,
was man hier noch verbessern kann.
Heiß'res Feuer, höh're Steuer,
als Oberteufel Ungeheuer,
die ohne Verstand und Sinn,
führen uns Werweißwo hin,
Bomben werfen, Kriege führen,
und dafür gut abkassieren.
Darauf - zweite Strophe - wär ich nicht gekommen,
hab's von der Erde übernommen.
(Prolog Luzifer)
Jahresende
Nun ist das Jahr zu Ende,
wir reichen uns die Hände.
Es soll nun alles besser werden,
im Himmel hoch und auch auf Erden.
Doch die Erfahrung zeigt meist klar,
dass dies ein schöner Wunschtraum war.
Ein Neues Jahr das Datum schreibt,
der Mensch jedoch der Alte bleibt.
Ich kann jedoch die Hoffnung geben,
dass manches ändert sich im Leben.
Zu der von Gott gesetzten Frist
nicht weil es mal Sylvester ist.
Der Geist des Fucking Death
Es weht der Wind, es weht der Wind, eiskalt durch die Prärie.
Die Cowboys um das Feuer rund, nur Whisky wärmte sie.
Und schaurig in den Lüften hoch, ertönt es wie ein Schrei:
Nachtgeister ziehn vorbei, Nachtgeister ziehn vorbei.
Yippiey-eehhhh, Yippiey-eehhh. Nachtgeister ziehn vorbei.
Es springt dann auf der Rote Joe, und er wird totenbleich:
"Dort oben reitet Fucking Death, ich muß ins Totenreich.
Er reitet auf 'nem falben Pferd, 'ne Blondine auf den Knien,
sind splitternackt, sie stöhnt und juchzt,
ich muß ins Jenseits ziehn, ich muß ins Jenseits ziehn."
Yippiey-eehhh, Yippiey-ehhh. Nachtgeister ziehn vorbei.
"Dir, Shorty, gebe ich mein Pferd, dir, Jimmy, mein Gewehr.
Dir, Billy, Sattel und die Sporn, mehr habe ich nicht mehr.
Der Fucking Death, er grinst mich an, jetzt winkt er mir noch zu –
ich sterbe, sterbe, sterbe heut, hab bald die Ew'ge Ruh,
hab' bald die Ew'ge Ruh."
Yippiey-eehhh, Yippiey-ehhh.
Nachtgeister ziehn vorbei – Nachtgeister ziehn vorbei.
Der Cowboyboß erbleichend spricht: "Wer dies Gespenst gesehn,
hat nur die Wahl – entweder schnellstens Sex, oder ins Jenseits gehn.
Du kennst die heiße Rancherin, schnell reite zu ihr hin.
Reit um dein Leben im Galopp,
nicht ändre deinen Sinn, nicht ändre deinen Sinn."
Yippiey-eehhh, Yippiey-ehhh.
Nachtgeister ziehn vorbei – Nachtgeister ziehn vorbei.
Es galoppiert der Rote Joe wie rasend durch die Nacht.
Und in den Lüften heult's und lärmt's, ist Fucking Death, der lacht?
Schon kommt er zu der Rancherin, reißt die Kleider ihr vom Leib.
"Erbarmen, ich sah Fucking Death,
rett' vor dem Tod mich, Weib, rett' vor dem Tod mich, Weib!
Yippiey-eehhh, Yippiey-ehhh.
Nachtgeister ziehn vorbei – Nachtgeister ziehn vorbei.
Viel Meilen weit entfernt im Camp, der Vormann sinnend spricht:
"Das geht jetzt so drei Wochen schon, ich glaub ihm langsam nicht.
Ich glaub, er sieht gar keinen Geist,
er lügt uns voll die Hucke dreist, es ist kein wahres Wort daran,
nur dass er täglich bumsen kann, nur dass er täglich bumsen kann –
ziehn Nachtgeister vorbei - ziehn Nachtgeister vorbei.
Yippiey-eehhh, Yippiey-ehhh.
Nachtgeister ziehn vorbei – Nachtgeister ziehn vorbei.
Der homophile Ghul
Damian war ein bildhübscher Ghul,
zarbesaitet, hochbegabt und schwul.
Dreihundert Jahr hielt er die Treu,
seinem geliebten Freund, Werwolf Elroy.
Doch plötzlich, welch ein großer Schreck,
blieb Elroy einfach von ihm weg.
Er fing, wie Damian mußt erfahren,
mit der Mumie Ho – mit den rosa Binden – ein Verhältnis an.
Damian fleht, versuchte jeden Trick,
doch Elroy kehrte nicht zurück.
Es brach dem Damian fast das Herz
Ensetzlich war sein Liebesschmerz.
Bis ihm nach einem halben Jahr,
'ne neue Lieb beschieden war.
Der Vampir Paul (englisch ausgesprochen) trat in sein Leben,
weltmännisch, kultiviert, ein Traumtyp eben.
Vom Flair her er auf den Damian flog,
zu ihm auf seinen Friedhof zog.
Jetzt geht der Damian, dieser Freche,
Paul dreimal täglich an die Wäsche.
Und wenn Paul sich nachts in die Lüfte schwingt,
Damian ein Liebeslied ihm singt.
Dann wackelt Paul mit seinen Hüften,
wiegt elegant sich in den Lüften.
Und kehrt am Morgen er zurück,
genießen sie ihr trautes Glück.
Einmal im Jahr, Christoper's Day,
da fahren sie nach Köln, bohey.
Und feiern bei der Love-Parade,
von morgens früh bis abends spät.
An Damians Leichenduft und zarter Haut,
sich Vampir Paul gar sehr erbaut.
Damian wiederum, der denkt bei sich,
Pauls morbider Charme sei sehr verführerisch.
So haben wir auch hier die Regel:
Es findet jeder Topf 'nen Deckel.
Der Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsbaum steht öd und leer
Die Kinder glotzen blöd einher.
Da läßt der Vater einen krachen
Die Kinder sind vergnügt und lachen
- merke: Auch kleine Dinge können Freude machen.
Der Geisterdackel von Fürstenried
Im Stadtteil München-Fürstenried
Man nachts den Geisterdackel sieht.
Es heißt, er wurd' vor vielen Jahren
Hier an einer Kreuzung überfahren
Als er hinter einer läufigen Hündin herlief
Da ging's mit seinem Leben schief.
Seitdem geht er um als ein Skelett
Grünlich leuchtend, schaurig, gar nicht nett.
Er geht allein nun seine Runde
Fast jede Nacht zur Geisterstunde.
Bellt manchmal schaurig dumpf und hohl
Wedelt mit Schwanz, rennt mal wie toll
Hebt an den Ecken auch sein Bein
Schnuppert, läuft in 'nen Busch hinein.
So trieb es dieser Geisterhund
Dem Ordnungsamt war dies zu bunt
Weil dieses Dackelungeheuer
Gezahlt hat keine Hundesteuer.
So wird der Hundefänger eingesetzt
Der Geisterdackel ihm die Hos' zerfetzt
Und biß sogar mit viel Radau
Zwei Polizisten noch mit Wauwauwau.
Worauf der Münchener Polizeipräsident
Eine Sonderkommission "Geisterdackel" gleich ernennt
Und für die Münchner Boulevardpressen
War der Dackelgeist ein gefund'nes Fressen.
Den Geisterdackel zu fangen war unmöglich
Weil er in Luft auflöste sich
Und aus dem Jenseits höhnisch bellt
Den Fängern zu die ihn umstellt.
Weihwasser verursacht ihm keinen Schaden
Ihn schreckt kein Kreuz, ihn lockt kein Braten.
Der Geisterdackel wurde zum Skandal
Bei einer kommunalen Wahl.
Dieweil mit Häme und mit Hohn
Ins Stadtwappen aufzunehmen und zum Ehrendackel der Stadt München wollte ihn die Opposition
Weil eine Attraktion und Sehenswürdigkeit er sei
- ganz anders sah dies die regierende Partei.
Sie wollt' nicht mal dass er herumlief frei
Und dieses gab ein groß' Geschrei.
Die Grünen wieder behaupteten durch Umweltvergiftungsschaden
Sei der Geisterdackel zum Skelett geraten.
Die Feministinnen schrieben hin
Der Dackel sei 'ne Dackelin.
Die Republikaner meinten dagegen
Dass der Geisterdackel die Hundesteuer hinterzog ganz ungelegen
Als Wirtschaftskrimineller eingesperrt gehöre
Und die Laschheit der Vorgehensweise gegen ihn empöre.
"Bei Adolf früher gab's das nicht",
der Rep-Vorsitzende am Stammtisch spricht.
Und überhaupt sei nur der deutsche Schäferhund
Wenn überhaupt geduldet in der Geisterstund.
Die SPD als Sozialisten
Setzten dem Geisterdackel Abmahnfristen
Doch wollten sie lassen Gnade vor Recht ergehen
Der Geist sei als Dackel der Arbeiterschicht nahestehend anzusehen.
Die PDS hingegen fand
Der Geisterdackel wäre im verkehrten Land.
Er sollte völlig ins Jenseits emigrieren
Statt nachts in München zu flanieren.
Dem Tatbestand, verlautbarte die CSU
Sehn wir nicht lange tatenlos zu.
Im Freistaat Bayern zu der Frist
Ein Geisterdackel nicht gestattet ist.
Der Stadtrat teilt sich und gespalten
Konnt' sich Parteingezänk entfalten.
Wieder andere Gruppierungen fanden
Der Geisterdackel gehörte zu den Asylanten.
Heftigst auch der Tierschutzverein
Mischte sich in dieses ein
Obwohl er keine Wahlpartei
Erhob er doch ein Mitgeschrei.
Die Rechten hingegen wollten nun den Geisterdackel erschießen
Weil er angeblich schiß auf die städtischen Wiesen.
Es müßte Recht und Ordnung sein
Und solche Sitten dürften reißen nicht ein.
Der Geisterdackel stand in jeder Zeitung
Man fordert eine Volksentscheidung
Wie mit ihm zu verfahren sei
Und ob er bleiben könnte frei.
Das Fernsehen tat oft berichten
Und alle Bevölkerungsschichten
Nahmen regen Anteil an dem Geisterhund
Menschenmassen lauerten auf ihn zur Mitternachtsstund
Und ward gesehen er sodann
Fing gleich ein lauter Beifall an.
Doch noch vor der Wahl ist er einfach fortgeblieben
Kein Mensch weiß, was ihn hat vertrieben.
Er ließ sich einfach nicht mehr sehn
Und dieses fand nicht jeder schön.
Man trauerte dem Geisterdackel nach
Wollt ihn wiederhaben, aber Ach
Er kam nicht mehr, blieb einfach fort
Vielleicht gefiel's ihm nicht am Ort,
vielleicht war's ihm zuviel Geschrei,
vielleicht war seine Zeit vorbei.
Nur die Erinnerung ist geblieben
An den Geisterdackel allen, die ihn lieben
Auch die ihn ablehnten und grollten
Letztendlich gar vernichten wollten.
Und in den Annalen vom Karl-Valentin-Verein da steht zu lesen
Es sei der Dackel von Karl Valentin gewesen
Der vorne bellt und frißt und beißt
Hinten schwanzwedelt und auch scheißt.
Der große Komiker hätte ihn geschickt
Damit ganz München auf ihn blickt.
Das sei Valentins letzter Scherz gewesen,
man weiß es nicht, es sind nur Thesen.
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