Draculas Auswanderung

Wütend kam er aus den Grüften
flog dann oben in den Lüften,
wollte nach Amerika,
der Blutsauger Graf Dracula.
Mit dem Koffer unterm Arm
flattert er dass Gott erbarm.
Bis die Kräfte ihn verlassen,
und die Wogen ihn erfassen.
Jetzt liegt er auf dem Meeresgrund
der verdammte Vampirhund.

Wolfsblut

Neunzehnvierundvierzig in Buchenwald,
rast eine Bestie in grimmer Werwolfsgestalt.
Der kleine Wolf frißt einige Leben,
doch kann es nicht nur kleine Wölfe geben...

Weihnachten 43, im schmutzigen Lagerlazarett,
von Ratten umhuscht, liegt todkrank und fiebernd im Bretterbett,
einer, der einmal Nobelpreisanwärter gewesen,
jetzt Häftlingsnummer, verachtet, verfemt, fast vergessen.
Doch ehe das Leben aus ihm entweicht,
er den Kommandanten noch einmal zu sprechen heischt.
In schwarzer Uniform tritt dieser auch gleich an sein Bett,
blankglänzend die Stiefel, am Kragen die Rune adrett.

"Meine größte Entdeckung", der Sterbende
 ächzend spricht,
"weiterzugeben halte ich für die Forscherpflicht.
Beuge dich nieder, dann sage ich dir ins Ohr,
was jahrelange Forscherarbeit mir als Ergebnis erkor."
Und als niederbeugt sich grinsend der Kommandant,
hat er ihm die Nadel tief in den Arm gerannt.
Infiziert mit dem Keim der Schwarzen Magie,
gesenkt ihm ins Blut den Samen der Lykanthropie.

Drei Wochen, nachdem man den Mann totgeschlagen,
zum Verbrennen im Ofen hin wie ein Scheit weggetragen,
der Vollmond hell gleißend am Himmel steht,
aus der Kommandantur ein gellendes Wolfsgeheul weht.
Und siehe, ein Schatten springt vor und bewegt sich,
hin zu den Häftlingsbaracken und wütet dort fürchterlich.
Von da an das Grauen in jeder folgenden Vollmondnacht,
hat Häftlinge zerfleischt, zerrissen, zu Tode gebracht.

Neunzehnvierundvierzig in Buchenwald,
rast eine Bestie in grimmer Werwolfsgestalt.
Der kleine Wolf frißt einige Leben,
doch kann es nicht nur kleine Wölfe geben...

Sogar in der Gaskammer Vorraum und Zimmer,
bei Vollmond Werwolfgebrüll, Schreie, ein Todesgewimmer.
Schwarzuniformierte marschieren endlich zum Kommandant,
der sich als der Werwolf auch gleich hat bekannt.
"Was", fragt er, "daran so Schlimmes ist?
Die Ostfront jeden Tag Tausende frißt.
Ich wirke doch auch in des Führers Sinn,
wie die Gaskammer Todeswerkzeug, Vollstrecker ich bin.

Und, sage ich, für dieses Morden,
gebührt mir kein Tadel, gehört mir ein Orden."
Der Unterscharführer hat es anders gesehn.
"Wir töten hier nur auf Befehl, das muß jeder verstehn.
Das ist etwas anderes, Gehorsam, Soldatenpflicht,
und das was du treibst, das dulden wir nicht.
Unsere Ehre heißt Treue, so lautet der Sinn,
aus der Reihe zu tanzen, Extravaganzen, das ist hier nicht drin."

Und hat in der folgenden Vollmondnacht,
den Werwolf-Kommandanten mit dem silbernen Ehrendolch umgebracht.
Über dem Grab des Kommandanten die Ehrensalve fällt,
der Unterscharführer ihm einen Nachruf hält:
"In Frieden ruhe, Kamerad,
vergessen sei die Missetat.
Auch Du bist für das Reich gestorben,
nichtarisch Blut hat Dich verdorben.

Neunzehnvierundvierzig in Buchenwald,
rast eine Bestie in grimmer Werwolfsgestalt.
Der kleine Wolf frißt einige Leben,
doch kann es nicht nur kleine Wölfe geben...

Deine Laufbahn hast du hier vollbracht,
in stolzer Trauer wird Deiner gedacht.
Wir, die wir verschworen dem Totenkopforden,
von uns darf keiner nach andern Kriterien morden.
- Ich hebe meine Mörderhand,
für Führer, Volk und Vaterland."
Sprach's und rief "Heil!" – die Salve kracht,
das Werwolfgrab ward zugemacht.

Mai 45 – gefallen Berlin, ein Schuß widerhallt,
im Führerbunker liegt tot seine grimme Gestalt.
Der kleine Werwolf, er fraß nur sechzig Leben,
dem großen Wolf mußten sechzig Millionen sie geben...

Landru

Cheri, schlafe in meinen Armen ein,
süß und schwer war der letzte Wein,
die Liebe ein Traum, die du danach erlebt,
dein Herzschlag an meinem Herzen gebebt.
Ein Traum, ach, schlechter Traum nur ist diese Welt,
ein Rennen und Hasten nach Macht und nach Geld,
Schmerz und Angst, Pein ist des Menschen Natur.
Das Leben - währt's siebzig oder gar achtzig Jahr,
letztendlich ein Schatten und Plage nur war.
Du schlummerst nun ein in die ewige Ruh,
und dein Herz gehört dem, der dich gemordet - Henri Desiré Landru.

*** Landru, Henri Desiré, genannt der Blaubart von Paris - * 12. 4. 1868 + 25. 2. 1922

Hatte zwischen 1915 und 1922 zu 283 Frauen - lt. eigener Buchführung - sexuelle Beziehungen, von denen er zehn sowie den Sohn der einen umbrachte. Die Leichenteile verbrannte er im Küchenofen seines Landhauses.  Heiratsschwindler, Betrüger, Massenmörder - Familienstand verheiratet, vierfacher Vater (ehelich). 

1922 von Maitre Louis Deibler, dem Scharfrichter von Paris, in Versailles auf der Guillotine geköpft. 

Der Elch und die Schöne

Ein Jägersmann aus Jonköping,
einst einen Elch zu schießen ging.
Er schoß auf ihn mit grobem Schrot
und traf den Elch tief in die Pfot'.
Er schoß den Elch ins linke Bein
und pfeffert ihm den Schrot hinein.

Darauf der Elch in seinem Zorn
stieß ihn mit des Geweihes Horn.
Er trampelte ihn ihn den Schnee
das tat dem Jäger furchtbar weh.
Er schrie laut und mit Schreck und Graus
floh er zu seinem Jägerhaus.

Er wagt sich nicht mehr vor die Tür
vor lauter Angst vor diesem Tier.
Aus Rache fing der Elch sodann
mit der Jägersfrau ein Verhältnis an.
So nahm das Schicksal seinen Lauf
Elch setzt dem Jäger Hörner auf.

Die Jägersfrau, es mußte sein
reichte dann bald die Scheidung ein.
Zog zu dem Elch gleich in den Wald
weil es dort besser ihr gefallt.
"Der Elch", sagt sie zu ihrem Mann
"viel besser als du alles kann.

Er raucht nicht, und er säuft auch nicht,
zeigt stets ein freundliches Gesicht,
er schimpft nicht, meckert nicht herum,
ist höflich stets und auch nicht dumm.
Er bringt mir keinen Dreck ins Haus,
will nicht ständig Aufmerksamkeit und Applaus.

Letztendlich find' ich auch im Bett,
den starken Elchen sehr adrett. -
Von jetzt an lebe ich im Wald,
und du, du zahlst mir Unterhalt."
- Der Jägersmann war sehr betroffen,
er hat drei Tage durchgesoffen.

Und hängt sich dann des nachts um drei,
an der Wand auf an 'nem Elchgeweih.
Die Frau jedoch in Glück und Freude,
lebt in dem Wald mit ihrem Elch bis heute.
Wir lernen hier aus der Geschicht:
Trau keiner Frau und schieß auf Elche nicht.

Der alternative Werwolf

Der Werwolf Rudolf aß so gern Bananen,
und rote Rüben, Äpfel und Salat.
Die andern Wölfe durften es nicht ahnen,
dass Rudolf abwich von dem blutgen Werwolfpfad.
Er hört' Chopin und Bach
und schrieb auch gern Gedichte,
und ward er mal vom Licht des Vollmonds schwach,
schloß er sich ein bei Kerzenlichte,

und las Adalbert Stifters Werke,
von Gänseblümchen, die der Dichter zart beschrieb,
bis nachließ dann des Vollmonds Stärke,
und bei Rudolf der schlimme Mördertrieb.
Der Werwolf gründet später einen Bioladen,
da lebt und wirkte er alternativ,
mögen die anden Wölfe auch im Blute waten,
schon wer bei Rudolf Blutorangen kaufen wollte der lag schief.

Die andern Wölfe, als sie dieses merkten,
schugen ihm seinen Bioladen kurz und klein,
womit sie seinen Willen noch verstärkten,
ein Vegetarier und kein Werwolf mehr zu sein.
In seinem Zorn biß Rudolf dann im Wald die Wildsau,
senkt in ihr Blut den Keim der Lykanthropie,
auf die andern Wölfe hetzte er die wilde Wersau,
und räumte unter ihnen auf wie nie.

Jetzt hat er wieder einen Bioladen,
das Werschwein hilft ihm beim Verkaufsbetrieb,
bei Vollmond sieht man beide in 'nem Teiche baden,
danach haben sie sich auf betauter Wiese lieb.
Es ist sehr schön, wenn so Mordtrieb überwunden,
und nicht mehr Blut vergießt und Menschen arg bedroht,
wenn einer hat sein bessres Ich gefunden,
der vorher als ein Werwolf war verroht.

Durch Stifters-Werke kam die sittliche Erbauung,
den Nahrungsumschwung schaffte die Bananenkauung.

Roswitha

Ich habe einen Totenschädel,
der gehörte einem Mädel,
Roswitha hieß sie lebenslänglich
und war meistens sehr anhänglich.
Doch hat sie leider ununterbrochen,
den ganzen Tag gequatscht, gesprochen,
hat das Geld hinausgeschmissen,
ist mir dreimal ausgerissen,
hat schlecht gekocht und viel gelogen,
durch Discos nächtelang gezogen,
dass ich schon fast verzweifelt bin.

Doch jetzt, da ist das nicht mehr drin,
jetzt steht sie strahlendweiß und nett,
bei mir am Bücherbord adrett.
Sie lächelt mich so lieblich an,
dass ich mich nur noch freuen kann,
sie schwatzt nicht und sie nörgelt nicht,
macht stets ein freundliches Gesicht.
Roswitha gibt kein Geld mehr aus,
und bleibt jetzt immer brav zu Haus.

Beim Fernsehn hab ich sie am Schoß,
und lasse sie nur selten los.
Ich liebe die Roswitha sehr,
die Liebe nimmt kein Ende mehr.
Zwanzig Jahre hab ich warten müssen,
weil ich die Strafe mußt verbüßen,
da ich Roswitha totgewürgt,
wie es der Richter mir verbürgt,
damals bei diesem bösen Streit.
Doch das ist nun Vergangenheit.

Roswithalein, Roswithalein,
jetzt haben wir es wirklich fein,
mögst immer du die meine sein.

Winnetou und das Skalpmesser

Winnetou, jetzt hör mal zu:

Ein Skalpmesser ist zum Skalpieren,
um den Feind zu massakrieren,
Haare schneiden, zum Rasieren,
als Waffe es im Kampf zu führen,
Tiere ausnehmen und sezieren,
zu Schnitzen Dinge welche zieren,

zum Schnippeln bloß zum Amüsieren,
es am Gürtel mitzuführen,
zum Angeben und Paradieren,
zum Werfen selbst nach wilden Stieren,
Fleisch schneiden, Suppe umzurühren,
Zahnstochern, Nägel maniküren,

Menschen, Tiere zu kastrieren  -
aber nicht ums zu verlieren.
Das ist in diesem Monat schon das dritte, Winnetou,
Jetzt ist Schluß, laß mir meine Ruh!
Das sage ich nicht mit gespaltener Zunge,
von mir kriegst du keins mehr, du tollpatschiger Junge.

Und für das, das du jetzt schon wieder verloren,
gibt's erst mal eine hinter die Ohren."
So sprach Intschu-tschuna, Häuptling der Apatschen,
und gab seinem Sprößling 'ne schallende Watschen.
Und sprach dazu: "Aus diesem Dussel,
wird nie ein Häuptling, so ein Schussel."

Er hat sich jedoch sehr geirrt,
wie von Karl May berichtet wird.
Gar manchem, der in der Jugend ungeschickt,
ist später doch noch was geglückt.
Und manche/r, das sei hier genannt,
wird von den Eltern sehr verkannt.

Das Schwein I

Es war einmal ein Schwein,
das wollt schon lang kein Schwein mehr sein.
Darum hat es sich unverdrossen
Im Wald den Rehen angeschlossen.
Das ging jedoch nicht lange gut.
Der Förster es erschießen tut.
Die Regel ist schon alt, nicht neu:
Steh zu dir selbst und bleib dir treu.

Das Schwein II

Es war einmal ein armes Schwein,
das wollt nicht länger arm mehr sein.
Hat sich bewaffnet und maskiert
Und einen Bankraub durchgeführt.
Doch weil der Bankraub nicht recht klappt
Hat es die Polizei geschnappt.
Jetzt sitzt es lang im Zuchthaus schon,
das arme Schwein, das hat’s davon.

Hummel-Brummel

Willi, der flotte Hummelmann,
bumst Hummeldame Berta an.
Und sah alsdann mit viel Gebrummel
daß sie gekriegt fünfhundert Hummel.
Hummel, Hummel, Hummel, Hummel - 
Brummel, Brummel, Brummel, Brummel - x 125.
Willi mußt Alimente zahlen
auch noch fünfhundert Namen wahlen.
Drum lerne hier aus der Geschicht:
Bums keine wilde Hummel nicht.

Wahre Liebe

Die Filzlaus Tinchen Breitenecker
Liebt innig den Klaus Störtebeker
Begleitet ihn so manches Jahr
In Freud und Leid, Not und Gefahr
Sie folgte ihm sogar ins Grab
Dort riß ihr Lebensfaden ab.
Als Klaus trat an das Himmelstor
Kroch dort die Filzlaus mit hervor.

Worauf der Petrus, sehr gerührt
Sie stracks vor unsern Herrgott führt.
Der sprach: "Du treues, gutes Tier,
Du bleibst mit Störtebeker hier.
Er war ein blutiger Pirat
Doch du bliebst auf der Tugend Pfad.
Gewähr ich ihm, auf deine Bitt'
Ins Himmelsparadies Eintritt."

Wir lernen hier aus der Geschicht:
Verachte mir die Filzlaus nicht.
Bei manchem kommt am Schluß heraus:
Das Beste an ihm war die Laus.

Gedicht, Thema Tierwelt:

Die Spinne 

Die Spinne lauert manche Stunde
Auf die kleine Mücke Kunigunde.
Doch Kunigunde hat, das sollt ihr wissen
Der Spinne frech ins Netz geschissen.
Worauf die Spinne ganz empört
Ruft: „Das ist wirklich unerhört.
Ich spann mein Netz mit großem Fleiß
Was hab’ ich jetzt davon? ´nen Scheiß!“
Was lernen wir aus der Geschicht?
Herumzuspinnen lohnt sich nicht.

Der exhibitionische Vampir

Der Vampir Bolko in die Lüfte steigt,
von oben seinen Pimmel zeigt.
Er war vierhundert Jahre alt,
halbverwest sein Pimmel dergestalt.
Es flüchtet jede Frau mit Grausen
hört sie des Bolkos Schwingen sausen.
Und manche, seit sie das gesehn,
findet Sex mit Männern nicht mehr schön.

("Igitt, pfui, einfach widerlich! Der Anblick läßt mich nie wieder los, 
ich habe nachts Albträume davon! Bä! Wenn mein Freund mich nur anfaßt könnte ich schreien!")

Sie ekelt sich und wird frigide,
wegen des Bolkos Mumiengliede.
Graf Dracula, dem dies zu Ohren kam,
den Bolko gleich zur Brust sich nahm.
"Ein Vampir hat die Blutsaugepflicht,
treibt solche Kinkerlitzchen nicht.
Hörst du nicht auf mit diesen Schweinerein,
kriegst du bald einen Pfahl hinein! -

Und zwar von mir, das sag ich dir!"
So drohte ihm der Erzvampir.
"Einmal noch die Gliedzeigerei,
dann, Freundchen, ist's mit dir vorbei!
Aufgebaut habe ich mit Horror und Blut,
einen furchtbaren Ruf - den machst DU  mir nicht kaputt!
Mit diesen Faxen ist jetzt Schluß - 
entscheide dich - Vampirismus oder Exhibitionismus!

Beides zusammen geht nicht,
oder der Pfahl dich durchsticht!
Abgesehen davon sagt auch meine Frau,
du bist kein Vampir, du bist eine Sau!"
Bolko den Trieb nicht zügeln kann,
er tat es wieder, und sodann
fand er sein vorzeitig, unselig Ende,
durch Draculas erzürnte Hände.

Merkt euch: Ein jeder Klub hat seine Regeln,
im Geschäft, beim Blutsaugen und beim Kegeln,
und wer die Innung bloßstellt und blamiert,
der fliegt raus und wird abserviert.

Miß Wega 3873

I. Sie hatte zwölf Brüste und sieben Scheiden,
heiß floß das Blut der Weganerin,
doch mußte sie auch große Schmerzen leiden,
die Liebe kam ihr oft in den Sinn.
Sie hatte drei Herzen, die gab sie neun Männern,
von Antares und bis hin zu Andromeda,
doch zu den absoluten Favoriten und Rennern,
zählten die Tentakelschnäbler von Beteigeuze, völlig klar.

II. In einem Spiralnebel war sie geboren,
verlor sich oft in der Leidenschaft,
und einmal hat sie alle drei Herzen auf einmal verloren,
an einen Raumfahrer – da war sie geschafft.
Denn dieser Methanatmer war fünfgeschlechtlich,
und zudem pervers, und auch noch schwerkrank,
zudem war sein Interesse an ihr rein geschäftlich,
er war Außendienstleiter bei der Sirius-Samenbank.

IV. Er ließ sie zurück mit drei gebrochenen Herzen,
bitterlich weinte da die Weganerin,
verzehrte sich innerlich in Liebe und Schmerzen,
in jungen Jahren schon siecht sie dahin.
Ja, treulos, das sind sie ja alle, die Männer,
und keiner hält das, was er verspricht.
Sind alle Säufer, Lügner, Aufschneider, Penner,
selbst mehrgeschlechtlich taugen sie nicht.

V. Heiß strahlt die Wega, und heiß fließt grünes Blut,
und kalt ist der Weltraum, in dem sie nun ruht.

Requiescat in space.

Raumschlacht

Beim Antares, da blitzt's und kracht,
es tobt die große Weltraumschlacht,
und Commodore Engerling,
verpaßt dem Feind ein Superding,
dass der zur Supernova wird,
was Engerling sehr amüsiert.

"Dem hab ich jetzt ein Ding verpaßt,
der Methanatmer ist geschaßt,
jetzt krieg ich einen Orden,
auf dem dann ist geschrieben worden:
Wir geben dieses Klimperding,
dem Raumschlachtsieger Engerling!"

Doch blieb auch schon der wackre Krieger,
Zeus Engerling oft zweiter Sieger.

Der fröhliche Furz

Ein Furz fuhr froh und munter
im Aufzug rauf und runter.
Er fuhr wohl gut zwei Stunden lang
und jedem war vorm Aufzug bang.

 Das Liebesleben der Ameisen

(Oft zitiert, nie erklärt. Appel bringt’s.")

Ameise fragt Bmeise:
„Was treibt denn so die Cmeise?"
Daraufhin antwortet Bmeise:
„Cmeise war zusammen mit Dmeise,
hat Dmeise betrogen mit Emeise, Fmeise,
Gmeise, Hmeise, Imeise und Jmeise.
Ist dann durchgebrannt mit der Kmeise,
machte Gruppensex mit Kmeise, Lmeise,

Mmeise, Nmeise, Omeise, Pmeise und Rmeise.
Hat Kind gekriegt, kann auch sein von der Smeise,
ging dann zu Tmeise und Umeise,
Fünferverhältnis mit Vmeise und Wmeise,
hat manchmal auch noch geliebt die Xmeise und Ymeise.
Aus Eifersucht hat sie alle erschossen die Zmeise."
Daraufhin sprach Ameise zur Bmeise:
„Und mit mir hat 'se nie gebumst - Scheiße."

Alien

Wenn das UFO richtig brennt
kommt der Alien rausgerennt.
Erst schlagen wir ihn vor den Kopf
Dann kommt er in den Suppentopf
(Ritualgesang der Aborigines, die schon seit 50.000 Jahren - Quelle Werner Kurt Giesa - 
mit Extraterrestriern in Kontakt stehen. Endlich von einem Forscherteam übersetzt.)

Der tapfere Regenwurm

Selbst der Löwe zagt im Sturm,
Tapfer trotzt ihm der Regenwurm.

 Der sturmerprobte Holzwurm

Der Holzwurm Hinrich Gotteszorn
Umsegelt achtzig Mal Kap Hoorn
Worauf man ihm zuguterletzt
in Aurich dann ein Denkmal setzt.

Der feige Bandwurm oder Fahnenflucht

Des Führers Bandwurm Alarich
ließ schnöd das dritte Reich im Stich.
Als Adolf Hitler sich erschoß
entfloh er gleich in den Abfloß.

Fachwerkhaus

Es kauft ein Mensch ein Fachwerkhaus
Schaut dann aus seinem Fachwerk raus.
Die Leute, die vorbeigehn, schrein:
„Ach, lieber Gott, muß das denn sein?
Das war mal so ein schönes Haus
Und jetzt schaut so ein Kopf heraus."

Der üble Molch

Ein übler, schlimmer Sittenstrolch
War Sigismund, der Grottenmolch
Kaum schwamm ein Weib in seinem Teich
Schlüpft er ihr in die Möse gleich
Gar manche schwamm so manche Stund,
und stöhnt dabei: "Ach, Sigismund!"

Der letzte Marsianer oder Kosmische Odysee

"Das mit dem Raum-Zeit-Kontinuum",
sprach er, "ist mir viel zu dumm.
Ewigkeiten sind schon um
Ich flieg immer ziellos rum,
bin im X-ten Universum
nur weil ich verkehrt transmittert,
dieses, weil ich so gezittert,
als die Supernova kam,
und dem Mars das Leben nahm.

- hätt' ich doch nicht so gezittert,
- hätt' ich richtig doch transmittert!
Wäre ich bei meiner Rasse,
und das fänd' ich wirklich klasse.
So bleibt mir nach meiner Väter Weise,
nur das Statement: Große Scheiße.
Und so flieg ich immer weiter,
und das find ich gar nicht heiter.
Kam verkehrt durch den Transmitter,

ja, so ist es, bitter, bitter!
Inhalier ich Rauschmittel ein Liter,
klimpre auf der Hyper-Zither
schieße auf die Yedi-Ritter
wurde bei der Kosmos-Rallye Dritter.
- Ach, es ist ja eine Schande,
wo steckt die Marsianer-Bande?
Sollte ich der Letzte sein?
Dieses leuchtet mir nicht ein.

- Doch jetzt reicht mir diese Suche,
und das Roboter-Gefluche,
das ich selber programmiert
und das seitdem ausgeführt.
Irgendwo werd ich jetzt landen,
auf einem Planeten stranden.
Dort wo Primitive sind,
und ich Unterstützung find.
Geht mein Raumschiff nicht kapott,
lebe ich dort als ein Gott."

Raumschiff Ikarus

Wer jagt so spät durch den Hyperraum?
Mit rotglühendem Schutzschirm, man glaubt es kaum,
Schon stößt er auf Wegas Planeten herab.
Und feuert Salven von Blasterschüssen und Lichtraketen ab
Und dann, nach einem letzten Schuß
Da landet Raumschiff Ikarus.

Zerbeult ist sein Lack, zerkratzt ist sein Chrom,
geflogen hat es – Dirk van den Boom.
Er fällt aus der Luke und ruft schallend aus:
"Der Planet ist erobert, trotz Schrecken und Graus!"
Fast wär er gescheitert, der wackere Held,
weil er gepennt und die Hyperraumsprungmarke verfehlt.

Doch im letzten Moment kam er doch angebrettert,
hat die Planeten, Kosmos und die Zukunft der Menschheit gerettert.
Groß ist sein Ruhm, wie gesehen durch Zoom,
das schafft nur einer – Space-Captain und Raumfahrerheld Dirk van den Boom!

Kosmische Beziehungskiste

Von Sirius ein Tentakelmann
baggerte 'ne neunscherige Krebsfrau von Antares an.
Bei einem Seitensprung ertappt
hat sie die Tentakel ihm alle gekappt.
Wir lernen hier aus der Geschicht:
Tentakel und Scheren vertragen sich nicht.

Aus dem Leben eines Maulwurfs:

Wenn der Schrebergarten brennt
der Maulwurf um sein Leben rennt.

Der Maulwurf ist zu Recht ergrimmt
wenn man ihn auf die Schippe nimmt

Der Fluch des Pharao

Die Mumie in dem Sarkophag,
lag da und pennt den ganzen Tag.
Sie pennt viertausend Jahre lang
bis Lärm an ihre Ohren drang,
Licht in die toten Augen fiel.
Altägyptisch rief sie: "Scheißdrecksspiel!

Da kommt da so ein Forscherich
und ist so frech und wecket mich
obwohl ich ihn nicht hab' bestellt.
Ich will zurück nicht in die Welt,
ich will viel lieber weiterschlafen
und darum werd' ich ihn bestrafen."

Worauf die Mumie voller Grimm
den Forscher würgt zu Tod gar schlimm.
Ein jeder ist halt sehr schlecht drauf,
weckt ihn der blöde Wecker auf.

Ein wüster Bock

Der Schafbock Johann Wolfgang Tell
War hyper- und homosexuell.
Wenn ihn wüst der Geschlechtstrieb packte,
er Schafe, Hund und Schäfer jagte.

Vampir und Werwolf

Während der Werwolf lauthals brüllt,
der Vampir sich in Schweigen hüllt.
"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", 
sagt er zu dem Werwolf, der daraufhin grollt.
"Gib nicht so an, du Flattersack,
gefressen hab ich dieses Pack,
das sich tags in den Särgen lümmelt,

uralt ist's schon und halb verschimmelt,
 "Komm du mir nochmal in die Quere,
dann nehme ich die große Schere,
und schneide dir die Flügel ab,
dann rennst du auch umher im Trab!"
brummte der Werwolf ungehalten,
und legt die Buckelstirn in Falten.
Den Jet-set gibt's, man sieht es hier,
auch bei dämonischem Getier.

Neidisch ist, wer sich's nicht leisten kann,
sieht er die andern fliegen dann.

Sowie: Aus den Geheimakten von Scotland Yard:

Das Hauptmotiv von Jack the Ripper
war ein jahrelang verschleppter Tripper
top secret ***

Neptuns Stammtisch:  
Aus Harry Holt Band 1 <Ein Yeti am Kudamm> von Walter Appel/Earl Waren
Eine Auswahl von Kommentaren des nur in Reimen sprechenden Rockers Neptun - ad 1 beim Auffinden 
einer von einem Werwolf gemordeten Leiche:

"Ich komme zu dem Schluß, hier gibt es 'nen Verdruß,
Und dort, an diesem Schreckensort,
was sehe ich voll Graun, ein Mord!
Entsetzlich, dieses Blut.
Mir ist es nicht mehr gut."

ad 2 - seine weiteren Kommentare zu diesem Fall und zu weiteren Actions:

Im Grunewald, im Grunewald,
macht der Werwolf gleich drei Menschen kalt.
Ein Monster nennt man dieses Tier,
und ratlos stehen wir allhier.
Wie meistens ist die Polizei,
bei ihrer Fahndung schlecht dabei.
Die Hölle ist heut' aufgerissen,
die Bullerei ist angeschissen.
Doch wütend droht des Rockers Fluch,
dem der die Schuld am Tode trug.
Ein echter Rocker schreckt am Stück,
selbst vor dem Teufel nicht zurück.
Paulchen und Angie woll'n wir rächen,
Mephisto soll die Zeche blechen."

Nach dieser dichterischen Glanzleistung nahm der fransenbärtige Rocker mit der 
schwabbelnd ausufernden Leibesmitte einen tiefen Zug aus der Bierdose.

"Entsetzlich ist des Rockers Zorn,
schlägt selbst dem Teufel ab das Horn.
Und auch die Flugdrachen,
haben nichts zu lachen.
Der Vampir flieht, der Werwolf zittert,
wenn er die Halens' Angels wittert."

Und wieder Neptun - siehe rechts: 

ad 3 - seine Zusammenfassung des Stands der Dinge kurz vor dem Endkampf, 
zu lesen in "Ein Yeti am Kudamm"

-Siegt die Hölle ist Pit Wumme, 
auf jeden Fall ganz schwer der Dumme. 
Doch geht's hier um die Rockerehre, 
und kommt uns einer in die Quere, 
so hauen wir ihn in den Boden, 
dass er ist nicht mehr auszuloten. 
– Willst du 'ne Pulle, Harry Holt, 
oder bist du kein Trunkenbold?"  

ad 4 - die Selbsteinschätzung des Rockers:

"Als Schiller tot und Goethe starb, 
die Muse einen Neuen warb, 
der dann die Dichtkunst hat betrieben. 
Ich bin's, doch muß ich täglich üben."

ad 5 - beim Endkampf gegen die Kraft der Finsternis

"Unheimlich ist des Tunnels Schacht, 
in dieser Horror-Geisternacht. 
Wer keinen Mut, das müßt ihr wissen, hat sich bald in die Hos' geschissen."

ad 6 - vorgekämpft wird sich:

"Kriegt der Ghul eins auf die Mütze, zerfließt er gleich zu einer Pfütze."  

ad 7 - doch so leicht ist es nicht, Satan selbst zu besiegen...

"Es öffnet sich des Tunnels Tor,
speit schwerbewaffnete Rocker hervor!
Heut' ist des Neptuns großer Tag,
da er die Hölle bekämpfen mag.
Pit Wumme, Kemal und Halima,
die sorgen für ein hartes Klima,
das hart betrifft der Hölle Sohn,
Wumme, gib Gas, da ist er schon!
– Und hastig wie ein Donnerkeil,
fliegt gleich der Molotow-Cocktail.
Das Kreuz, es lähmt den Höllerich,
die Zauberkraft läßt ihn im Stich.
– Und droht mir auch der Höllenschlund
bekämpf ich ihn, den Satanshund.
Entfesselt ist der Rockerzorn,
und trifft Mephisto vor das Horn.
– Gib Vollgas jetzt, Pit Wumme,
Mephisto ist der Dumme.
Mit Silberkugel und dem Kreuz auf der Stell'
– werf ich – Mephisto – zurück in die Höll'.
 Laut tönt des Rockers Siegsgeschrei,
und... was ist das... oh, Schweinerei..."

... wie's weitergeht steht im Buch "Ein Yeti am Kudamm"

Sowie im zweiten Band des Harry-Holt-Zyklus "Im Reich der Amazonen"